"Spiritual Care und Kunst"

Bischof Bertram besucht Erich-Schickling-Stiftung

03.05.2021

Bei einem Besuch der vom Künstler Erich Schickling geschaffenen Begegnungsstätte für Kunst und Religion in Eggisried bei Ottobeuren hat sich Bischof Dr. Bertram Meier über das Projekt „Spiritual Care und Kunst“ informiert. Das Projekt umfasst Seminarangebote vor allem für Menschen in den sogenannten „heilenden Berufen“, da die Park- und Atelierlandschaft des 2012 verstorbenen Künstlers, der zahlreiche sakrale Glasfenster und Wandmalereien gestaltet hatte, inmitten der Kulturlandschaft des Günztales heute als Gesamtkunstwerk gilt, das Sinne und Seele anspricht. Anliegen der noch jungen wissenschaftlichen Disziplin „Spiritual Care“ ist es, den Einfluss der spirituellen Dimension auf Gesundheit und Lebensbalance anzuerkennen und in die Gesundheitsversorgung einzubringen.

Bischof Dr. Bertram Meier hat sich zusammen mit Sr. Dr. Theresia Wittemann OSF (rechts) über das Projekt „Spiritual Care und Kunst“ in Eggisried informiert. Ulrike Meyer (links), Leiterin der Stiftung und Begegnungsstätte, führte über das Anwesen. (Fotos: Erich-Schickling-Stiftung)
Bischof Dr. Bertram Meier hat sich zusammen mit Sr. Dr. Theresia Wittemann OSF (rechts) über das Projekt „Spiritual Care und Kunst“ in Eggisried informiert. Ulrike Meyer (links), Leiterin der Stiftung und Begegnungsstätte, führte über das Anwesen. (Fotos: Erich-Schickling-Stiftung)

Keimzelle des künstlerischen Ensembles in Eggisried ist die Hauskapelle, von Erich Schickling selbst mit zwei leuchtenden Glasfenstern ausgestattet. Eines davon zeigt Szenen der biblischen Heilsgeschichte, von Noahs Arche über die Erzväter und Propheten bis zu König David, dem Stammvater Jesu, in einer Achse mit dem hoch über ihm aufragenden Kreuzesbaum. Der Auferstehung ist das zweite, sogenannte Osterfenster gewidmet, in kraftvollen Rot- und Blautönen, die mit dem erhöhten Herrn der kreisenden Sonne entgegenstreben. Dieses „Urlicht“, das der Erde Leben spendet, gehörte zu den Lieblingsmotiven des gläubigen Künstlers und begegnet dem Besucher immer wieder in neuen Variationen.

Das einstige Wohnhaus der Familie Schickling und die Atelierräume lassen in Weite und Helle, mit Glasdach und Veranda-Architektur so viel Licht wie nur möglich ein und umspielen dabei beständig die Grenze zwischen Innen und Außen: Eine üppige, mediterrane Pflanzenwelt korrespondiert mit farbenfrohen Ölbildern und Skulpturen und der Himmel spiegelt sich in den blauen Fliesen des ansonsten erdfarben dominierten Fußbodens.

Bischof Bertram zeigte sich begeistert von Ort und Konzeption und versprach, das Projekt über die Krankenhausseelsorge im Bistum bekannt zu machen. In seinen Augen repräsentiere die noch relativ neue Wissenschaft „Spiritual Care“ eine längst überfällige, ganzheitliche Sicht auf den (kranken) Menschen und sei ein Feld, das gerade für Christen in Medizin und Forschung, Pflege und Seelsorge mit Nachdruck und Kreativität zu bestellen sei. Schließlich, so der Bischof weiter, sensibilisiere die gegenwärtige Pandemie wie auch die erst kürzlich ökumenisch durchgeführte „Woche für das Leben“ mit dem Schwerpunkt auf dem „Leben im Sterben“ die Gesellschaft und jeden Einzelnen von uns, sich frühzeitig mit der Gestaltung des eigenen Lebensendes auseinanderzusetzen. Als Christen wüssten wir um das Geheimnis unseres Glaubens, nämlich dass dem Tod durch Sterben und Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus der Stachel genommen sei.

Weitere Infos zum Projekt "Spiritual Care und Kunst" sowie zur Erich-Schickling-Stiftung