Nachruf

Requiem für Prälat Dr. Albert Lupp

22.04.2021

Der Ruhestandsgeistliche Prälat Dr. Albert Lupp ist am Mittwoch, 21. April, im Alter von 91 Jahren verstorben. Er wurde am 16. September 1929 in Türkheim geboren und am 29. Juli 1956 zum Priester geweiht. Bischof Bertram betonte in der Predigt zum Requiem, dass der Verstorbene stets jedem Menschen mit Ehrfurcht und Interesse begegnet sei.

„Prälat Lupp zählt zu den prägenden Priestergestalten, die unsere Diözese in den vergangenen Jahrzehnten kannte. Als Regens des Bischöflichen Priesterseminars hat er maßgeblich den Umzug des Hauses von Dillingen nach Augsburg mitgestaltet, zudem verantwortete er im Auftrag des Bischofs die Ausbildung der jungen Männer, die sich im Wandel des Konzils und danach auf den Weg zum Priestertum machten“, erinnert sich Bischof Bertram.

Die Beisetzung von Prälat Dr. Lupp in Kempten (Foto: Sabine Verspohl-Nitsche / pdke)

Die Beisetzung von Prälat Dr. Lupp in Kempten (Foto: Sabine Verspohl-Nitsche / pdke)

„Zum Stadtpfarrer in der Basilika St. Lorenz, Kempten, ernannt, packte er ebenso engagiert an: Er liebte die würdige Gestaltung der Liturgie, neigte sich den Bedürftigen zu und legte sein besonderes Augenmerk auf den Predigtdienst. Auf unverwechselbare Weise gab der dem Wort seine Stimme, so dass sich sein Ruf weit über Augsburg und Kempten hinaus verbreitete und er auch als Rundfunkprediger gefragt war. Unter seiner Leitung formte er die jungen Priester, die bei ihm Kapläne waren und mittlerweile, zum Teil in führenden Aufgaben, ihren Dienst tun. Prälat Lupp war ein wirklicher ‚Spiritus Rector‘, eine prägende geistliche Autorität, der es gelang, über den theologischen Tellerrand hinaus zu wirken und Brücken in die Gesellschaft zu schlagen – in Philosophie, Literatur und Politik.“

In seiner Predigt zum Requiem für Prälat Dr. Lupp am 27. April sprach Bischof Bertram einen der letzten Sätze des Verstorbenen vor seinem Tod an: "Ich bin für alles so dankbar!" Seine Biographie sei von Umbruch und Wandel gekennzeichnet gewesen, beginnend mit den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils, die Lupp als Regens des damals noch in Dillingen befindlichen Priesterseminars umsetzen musste. "Dieser Posten war kein Liegestuhl, er hatte auch das Zeug zum Schleudersitz", betonte der Bischof. Das behutsame und zugleich mutige Vorgehen des Verstorbenen habe eine ganze Priestergeneration geprägt.

Auch als Stadtpfarrer in Kempten habe er auf ein fruchtbares Wirken zurückblicken können. "Ob groß oder klein, prominent oder unscheinbar: jedem Menschen begegnete Albert Lupp mit Ehrfurcht und Interesse. Bis in seine letzten Lebenstage spürten alle, die mit ihm zu tun hatten, seine zuvorkommende Liebenswürdigkeit", sagte der Bischof. Auch im Ruhestand habe er seine Nachfolger rücksichtsvoll und wohlwollend unterstützt, wo er konnte: "Albert Lupp hat sich ein Leben lang gemüht, immer tiefer ins Christsein hineinzuwachsen – als Katholik, als Priester, als Prälat."

+ Prälat Dr. Albert Lupp (1929-2021) (Foto: Privat)

+ Prälat Dr. Albert Lupp (1929-2021) (Foto: Privat)

Der Sohn eines Türkheimer Bäckers gelangte über die Bekanntschaft mit dem Wissenschaftler und Philosophen Joseph Bernhart zur geistlichen Laufbahn. 1956 promovierte er in München bei Professor Joseph Pascher im Fach Liturgiewissenschaften zum Thema der „Participatio“ und nahm damit bereits ein wichtiges Thema der Liturgiereformen des Zweiten Vatikanischen Konzils voraus. Im selben Jahr wurde er zum Priester geweiht und begann daraufhin eine siebenjährige Kaplanszeit in Augsburg-St. Georg.

Nach einem kurzen Intermezzo als Religionslehrer am Deutschen Gymnasium in Marktoberdorf wurde Dr. Lupp 1963 zum Subregens am Bischöflichen Priesterseminar in Dillingen ernannt, wo er zudem auch an der Philosophisch-Theologischen Hochschule einen Lehrauftrag für das Fach Liturgiewissenschaft innehatte. Fünf Jahre später erfolgte die Beförderung zum Regens. In den Jahren nach dem Konzil war er maßgeblich an der Umsetzung der dort erfolgten Reformen gerade im Bereich der Liturgie, des Kirchenlieds und der Priesterausbildung beteiligt. Ab 1970/71 setzte er zudem den geplanten Umzug des Priesterseminars nach Augsburg in die Tat um. Dort fand er mit den Seminaristen zunächst im Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern in der Gögginger Straße Aufnahme.

1976 wurde Albert Lupp zum Stadtpfarrer in Kempten-St. Lorenz ernannt. In den folgenden 31 Jahren trat er vielfach als Bauherr in Erscheinung. Unter anderem wurde das Pfarrzentrum sowie eine Aussegnungshalle gebaut, zwei Kindergärten renoviert, verschiedene Kapellen restauriert und vor allem die Basilika St. Lorenz über eine Dauer von zehn Jahren grundlegend innensaniert. Zudem amtierte er 21 Jahre lang als Dekan in der Region. Bekannt war er auch als Rundfunkpfarrer, der in seinen Radiopredigten regelmäßig tausende Zuhörer erreichen konnte. 1984 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum päpstlichen Ehrenprälat ernannt. Nach seiner Emeritierung 2007 war Prälat Dr. Lupp weiterhin in Kempten als Ruhestandsgeistlicher und Seelsorger tätig, wo er auch verstarb.

Prälat Dr. Albert Lupp hat seine letzte Ruhe auf dem Katholischen Friedhof in Kempten im dortigen Priestergrab gefunden.

Der Herr vergelte ihm seine treuen Dienste. Wir bitten um das Gebet für den Verstorbenen.