Aussendung pastorale Mitarbeiter

„Schrittmacher der Evangelisierung“

25.09.2021

Augsburg (pba). Als „Schrittmacher der Evangelisierung“ hat Bischof Dr. Bertram Meier am heutigen Samstag zwölf neue Pastoralreferent/-innen, zwei Gemeindereferent/-innen und einen Pfarrhelfer bezeichnet. Bei einem feierlichen Gottesdienst im Augsburger Dom sandte er sie in den pastoralen Dienst der Diözese Augsburg aus.

In seiner Predigt gab Bischof Bertram den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Leitfaden der Evangelisierung mit an die Hand. Er forderte sie auf, die Menschen für das Evangelium zu begeistern und sie für das Weitertragen der Frohen Botschaft fit zu machen: „Sie werden gesandt, um aufzubrechen. Bleiben Sie in Bewegung und machen Sie die Ihnen Anvertrauten, besonders die vielen ehrenamtlichen Frauen und Männer, für das Reich Gottes mobil.“ Evangelisierung, so Bischof Meier, sei das „Wasserzeichen“ der Kirche, sei keine Nische, sondern ein weites Feld, in dem sich alles abspiele. „Kirche hat keinen Sinn, wenn sie nicht evangelisiert. Die pastoralen Berufsgruppen könnten wir uns sparen, wenn diese sich nicht als Schrittmacher der Evangelisierung sähen. Das ist kein Job, sondern Berufung“, rief er den Frauen und Männern zu und versicherte gleichzeitig: „Ich vertraue Ihnen! Ich traue Ihnen etwas zu! Gemeinsam mit den Brüdern im priesterlichen und diakonischen Dienst wollen wir das Schiff der Kirche von Augsburg nach vorn bringen, das Ruder der Gewöhnung und Stagnation herumreißen und mit dem Rückenwind des Heiligen Geistes das Unsrige tun, damit das Evangelium Kreise ziehen kann!“

Evangelisierung gelinge nur, wenn sie als gemeinsame Aufgabe gelebt werde, warnte der Bischof vor jeglichen Engführungen und dem Vergessen der sozial-caritativen Dimension christlichen Handelns: „Ich träume von einer missionarischen Kirche von Augsburg, die nicht nur den Kopf betrifft, sondern Herz, Hand und Fuß. Evangelisieren können wir nicht an ein Institut delegieren.“ Gleiches gelte auch für die Mission, die nicht nur Aufgabe der Abteilung Weltkirche im Bischöflichen Ordinariat, von Hilfswerken und Missionskreisen auf Ebene der Pfarreien sei. „Eine-Welt-Arbeit meint nicht nur Geld, Mission-Evangelisierung hat mit Bewegung zu, mit Beziehung und Freundschaft, mit Vertrauen, Zuneigung und Zuwendung“, betonte Bischof Meier. 

Die pastoralen Mitarbeiter/-innen ermunterte er, im Team und im Rahmen der kirchlichen Vorgaben, Neues auszuprobieren, um das Evangelium zur Entfaltung zu bringen: „Unsere Gemeinden und Pfarreiengemeinschaften, aber auch die kategoriale Seelsorge brauchen mehr Dynamik und vor allem Offenheit für die Menschen am Rand und sogar für Leute, die sich draußen aufhalten, die ausgetreten sind.“ Der „Kontakt mit dem wirklichen Leben des Volkes“ schütze darüber hinaus davor, sich als Pfarrei, Verband oder kirchliche Einrichtung als auserwählte Gruppe zu betrachten, so der Bischof.

Angesichts zunehmender Bürokratie in kirchlichen Arbeitsfeldern warnte er davor, die Administration zum Korsett werden zu lassen, das der Seelsorge die Luft abdrücke. „Auch das ist für mich Evangelisierung: weniger Bürokratie und dafür mehr Raum und Zeit für die Menschen, die uns brauchen“, so Bischof Bertram zum Abschluss seiner Predigt.          

Der Gottesdienst wurde von einem Projektchor unter der Leitung von Dr. Peter Frasch, Theologischer Referent des Bischofs, und Peter Bader an der Orgel musikalisch stimmungsvoll gestaltet.

Näheres zu den pastoralen Mitarbeiter/-innen, ihren bisherigen sowie zukünftigen Einsatzfeldern können Sie diesen Porträts entnehmen. 

   

Predigt von Bischof Dr. Bertram Meier zur Aussendung der pastoralen Mitarbeiter im Augsburger Dom