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Biographie des Seligen Max Josef Metzger

23.02.2026 10:40

Am 17. November 2024 wurde Max Josef Metzger (1887-1944), Priester, Förderer der Ökumene in Deutschland und tatkräftiger Kämpfer für den Frieden, im Freiburger Dom seliggesprochen. Dem Autor Christian Heß, Priester der Erzdiözese Freiburg, gelingt mit seiner Biographie des auf dem Friedhof von Meitingen ruhenden Max Josef Metzger ein überzeugendes historisches Porträt, das deutlich macht, wie aktuell Metzgers Denken gerade in unserer von Spannungen erfüllten Welt ist.

Max Josef Metzger : ein Leben für Frieden und Ökumene / Christian Heiß. – Freiburg i. Br. : Herder, 2026. – 189 S. : Abbildungen ; 18,00 €, ISBN 978-3-9451-02447-4.

                                                                                                                           

Metzger wuchs in einer protestantisch geprägten Umgebung in Südbaden auf, studierte Theologie und wurde in Freiburg zum Priester geweiht. Als junger Vikar meldete er sich im August 1914 als Feldgeistlicher zum Dienst an der Front. Aus dem zuerst patriotisch Begeisterten wurde aufgrund der schrecklichen Kriegserfahrungen ein Pionier der Friedensbewegung.

Er initiierte 1917 ein Weltfriedenswerk, legte Papst Benedikt XV. ein religiöses Friedensprogramm vor und gründete die Missionsgesellschaft vom Weißen Kreuz, die spätere Christkönigsgesellschaft. In seinem Wirken trat er für eine Erneuerung von Kirche und Gesellschaft und für eine Rechristianisierung ein. Metzger begründete die überkonfessionelle Una-Sancta-Bruderschaft zur Versöhnung der Christen, publizierte und versammelte Gleichgesinnte um sich. Aus dem 1919 von Metzger mitbegründeten „Friedensbund deutscher Katholiken“ wurde später die internationale katholische Friedensbewegung „Pax Christi“.

Nach mehrjähriger Tätigkeit im österreichischen Graz siedelte Metzger mit seiner Gemeinschaft 1928 ins schwäbische Meitingen um. Hier baute er das bis heute bestehende Säkularinstitut Christkönigs-Institut Meitingen mit einer Brüder- und Schwesterngemeinschaft aus Laien und Priestern auf und förderte die liturgische Bewegung. Zeitlebens trat er für Verständigung, Ökumene und Pazifismus ein. In der Zeit des Nationalsozialismus geriet er in Gegensatz zur herrschenden Staatsdoktrin. Im Jahr 1943 verfasste Metzger ein Memorandum für Erzbischof Erling Eidem von Uppsala zur Weiterleitung an die Alliierten, in dem er künftige demokratische Strukturen und einen „universalen, christlichen Weltfrieden“ einforderte. An die Gestapo verraten, wurde er in einem kurzen Schauprozess wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt und am 17. April 1944 ermordet. Als Märtyrer durch Papst Franziskus anerkannt, lebt das Werk von Dr. Max Josef Metzer im Wirken des Christkönig-Instituts Meitingen weiter. (Peter Hart)