Menü
Wichtiges
Frühjahrsvollversammlung des Diözesanrats, Tag 2

Delegierte beschäftigen sich mit Generationengerechtigkeit

07.03.2026

Am zweiten Tag der Frühjahrsvollversammlung haben sich die Mitglieder des Diözesanrats mit der Frage auseinandergesetzt, wie generationengerechtes Handeln im Blick auf die Zukunft aussehen kann. In zwei Vorträgen näherten sie sich dem Thema aus sozialethischer Perspektive, bevor ein Blick auf die bundesweite Eröffnung des Caritas-Sonntags im September sowie die Renovabis-Pfingstaktion im Mai die Versammlung abschloss.

Wie eine Intergenerationelle Gerechtigkeit in Zeiten von demografischem Wandel, Klimawandel und Zeitenwende aussehen kann, machte Prof i.R. für Christliche Anthropologie und Sozialethik, Gerhard Kruip, in einem Impulsvortrag deutlich. Nach einem theoretischen Blick auf die unterschiedlichen Bedeutungsebenen des Begriffs „Generation“ und der Unterscheidung zwischen „Geburtengeneration“ und „zeitgeschichtlicher Generation“, die vor allem durch zeithistorisch prägende Erlebnisse definiert wird, ging Prof. Kruip auf die Grundlagen der Generationengerechtigkeit ein. Er unterschied dabei zwischen einer gerechten Verteilung von Generationen, die miteinander leben, sowie von Lebenden und noch nicht Geborenen. Bestehe für ersten Fall oftmals Reziprozität bedingt durch die wechselseitige Beziehung zwischen Eltern und Kinder, sei der zweite Fall in Bezug auf eine Generationengerechtigkeit viel schwieriger, so der Professor. „Künftige Generationen haben kein Drohpotential, es bestehen keine Verpflichtungen wegen eines Näheverhältnisses und ein Diskurs untereinander ist nicht möglich.“ Hinsichtlich einer gerechten Verteilung zwischen den Generationen im Heute und Morgen machte Professor Kruip darauf aufmerksam, dass es nicht nur wichtig sei, den Nachkommen eine intakte Natur zu hinterlassen, sondern auch Wissen, Technik, Kultur und den Wert der Freiheit.

Anhand mehrerer, konkreter Beispiele zeigte er schließlich Ungleichgewichte in Fragen der Gerechtigkeit zwischen Jugendlichen und Erwachsenen im Hier und Heute auf. Er nannte die Klimakrise, die Wehrpflicht, die wachsende Staatsverschuldung und das Rentenproblem.  Dies alles seien Probleme, die nach den normalen Gerechtigkeitsprinzipen behandelt werden müssten. „Unverhältnismäßige Belastungen von Teilen der Bevölkerung zugunsten anderer sind nicht gerecht. Jüngere Menschen sollten nicht allein die steigenden Lasten des Klimawandels, der Wehrpflicht, der Staatsverschuldung und der Wehrpflicht tragen.“ Die meisten Maßnahmen zugunsten von mehr Generationengerechtigkeit seien überdies auch ökonomisch sinnvoll, fasste Professor Gerhard Kruip als Schlussfolgerung zusammen. „Die Bekämpfung der Klimakrise, eine gute Verteidigungspolitik, die Begrenzung der Verschuldung und die Vermeidung zu hoher Sozialbeiträge rechnen sich.“      

Das gemeinschaftliche Agieren und Zusammenbringen verschiedener Generationen und Meinungsgruppen hatte auch die Sozialethikerin Dr. Paulina Hauser im Hinterkopf, als sie anknüpfend an den ersten Vortrag die Caritas-Bundeskampagne „Zusammen geht was“ vorstellte, deren Eröffnung vom 25. bis 27. September in Augsburg stattfinden wird. „Die Gesellschaft lebt davon, dass Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, zum Beispiel in Familie, Vereinen oder Mehrgenerationenhäusern. Nur miteinander geht Zukunft.“ Dies solle in der aktuellen Kampagne deutlich werden, betonte Hauser digital zugeschaltet gegenüber den Delegierten im Haus Sankt Ulrich und nannte vier Dimensionen, in der die Caritas dies umsetze, fördere und unterstütze.

Wie die Aktionstage rund um die Eröffnung des bundesweiten Caritas-Sonntags in Augsburg im September aussehen werden, stellte der ehemalige Augsburger Sozialreferent und heutige Geschäftsführer des Kreiscaritasverbands, Dr. Stefan Kiefer, näher vor. Neben einem Empfang im Rathaus, einer Caritas-Meile auf dem Moritzplatz und einem ökumenischen Abendgebet wird der Caritas-Sonntag im Rahmen eines Pontifikalamtes mit Bischof Dr. Bertram Meier eröffnet werden.      

Nach einer lebhaften Diskussion der Diözesanrätinnen und -räte rund um das Thema „Generationengerechtigkeit“ und einer daraus erwachsenden Pflicht für Christinnen und Christen, stellte Dr. Markus Ingenlath, Geschäftsführer von Renovabis das Thema der diesjährigen Pfingstaktion näher vor. Die bundesweite Eröffnung findet heuer vom 6.-10. Mai mit Abschluss am 23.- 24. Mai in Augsburg statt. Mit Gästen aus Armenien, Litauen, Serbien und der Ukraine wartet ein umfangreiches Rahmenprogramm.