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Wichtiges
Evangelisierung

Den Stein der Mission ins Rollen bringen

22.03.2026

Über den Glauben ins Gespräch zu kommen und für ihn zu werben ist das Ziel der „Missionarischen Woche“, die seit 2014 im Bistum Augsburg an wechselnden Orten durchgeführt werden. Im Sendungsgottesdienst zur diesjährigen Woche in der Pfarreiengemeinschaft Huglfing betonte Bischof Bertram diesen Sonntag, dass „Mission“ immer auch bei einem selbst beginne.

„Gott will, dass wir leben!“ sei die Zusage, die in allen drei biblischen Texten des fünften Fastensonntags in immer wieder neuer Form gemacht werde, vom Buch Ezechiel bis hin zum Evangelienbericht über die Wiedererweckung des Lazarus: „Es ist eine Botschaft, die ausnahmslos alle Menschen betrifft. Sie dürfen ihren eigenen Namen an die Stelle des Lazarus setzen: Gott, will dass du lebst!“ Von diesem Leben, das letztendlich die Freude mit und die Beziehung zu Gott sei, sei indes in der Kirche recht wenig zu spüren. Die gute Nachricht hingegen sei: „Wir können etwas tun!“, betonte der Bischof in seiner Predigt zum Sendungsgottesdienst in der Huglfinger Pfarrkirche St. Magnus.

Aufgabe des Menschen sei es, dem Geist Gottes freie Bahn zu schaffen, so wie Jesus seine Freunde damit beauftragte, den Stein wegzuschaffen, der den Zugang zum Grab des Lazarus verschloss: „Den größeren Teil erledigt Gott, aber der Mensch leistet seinen Beitrag. Wir sind heute diejenigen, die als Freunde Jesu damit beauftragt sind, Steine wegzuschaffen.“ Diese Steine seien auch metaphorisch zu verstehen als Stein der Gleichgültigkeit, der Enttäuschung oder des Unfriedens der Menschen untereinander. Nicht wenige pflasterten ihren Lebensweg mit Steinen, die keine Straße, sondern eine Mauer bildeten: „Eine solche Mauer hält einen Menschen lebendig begraben und selbst der Herrgott kommt nur schwer hindurch. Liebe Schwestern und Brüder, zwei Wochen bis Ostern haben wir noch. Nutzen wir die Fastenzeit, um den ein oder anderen Stolperstein aus unserem Leben bewusst aufs Abstellgleis zu verbannen!“

Einen starken Beitrag auf dieser Suche nach dem „neuen Leben“ in Gott und dem Versuch, die im Weg liegenden Steine wegzuschaffen und dabei den „Stein der Mission“ ins Rollen zu bringen, sei im erst vor wenigen Wochen als „schönstes Dorf Europas“ ausgezeichneten Huglfing und seiner Pfarreiengemeinschaft zu spüren, schloss Bischof Bertram seine Predigt ab: „Daher gilt ein ganz großes „Vergelt‘s Gott“ allen Frauen und Männern aus der Pfarreiengemeinschaft, die sich auf dieses Projekt eingelassen haben; die tatkräftig mitorganisiert, gekocht, Räume vorbereitet und Werbung gemacht haben. Danke an alle, die die Tage kirchenmusikalisch bereichert und durch Gebet begleitet haben und an alle, die ihre Türen geöffnet haben: die Türen zu ihren Häusern und zu ihren Herzen. Sie alle haben einen Stein ins Rollen gebracht!“

Angeregt durch die 2013 in Dillingen durchgeführten „Misiones“ der Schönstatt-Bewegung entwickelten das Bischöfliche Jugendamt und die Abteilung Evangelisierung das Konzept der „Missionarischen Woche“ im Bistum Augsburg. Seit 2014 findet ein- bis zweimal im Jahr eine mehrtägige Veranstaltung in ausgewählten Pfarreien oder Pfarreiengemeinschaften statt, die das gemeinsame Glaubensleben sowie das Sprechen über den eigenen Glauben in den Mittelpunkt heben sollen. Eine Besonderheit sind dabei die Hausbesuche, die durch engagierte Jugendliche und junge Erwachsene durchgeführt werden und die Botschaft des christlichen Glaubens weiter in die Welt hinaustragen sollen.