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Wichtiges
Landeskomitee der Katholiken in Bayern

Festakt in München zum 75-jährigen Bestehen

20.10.2026

München (PM). Das Landeskomitee der Katholiken in Bayern blickt auf 75 Jahre seines Bestehens zurück. Im Rahmen eines Festaktes in der Münchner Residenz wurde dieses Jubiläum am Montag feierlich begangen. Bischof Dr. Bertram Meier, der als Vertreter der Freisinger Bischofskonferenz daran teilnahm, würdigte das Gremium als besonderes Unikum, dessen Gründung er als "außerordentlich mutig, aber auch weitsichtig und für uns bis heute wertvoll" bezeichnete.

In seinem Grußwort betonte Bischof Dr. Bertram Meier, dass das Landeskomitee aus der politischen und gesellschaftlichen Wirklichkeit im Freistaat Bayern nicht mehr wegzudenken sei: "Es ist in Bayern unverzichtbar!" Die Arbeit des Landeskomitees sei "erst recht bedeutend in einer Zeit, in der der Kirche zunehmend das Recht abgesprochen wird, sich politisch zu äußern". Dahinter verberge sich ein schwerwiegendes Missverständnis über den Glauben, so Bischof Bertram. "Die Kirche solle sich lieber um Gott kümmern, wird uns oft entgegen­gehalten. Die Kirche ist tatsächlich zwar dazu da, Gott zu loben und zu preisen. Sie tut dies aber nicht nur durch Gebete und Lobgesänge." Zum Lobpreis Gottes gehöre es auch, sich aktiv für die Menschen und die Schöpfung einzusetzen, hob der Bischof hervor. "Deshalb lassen wir uns als Christen von öffentlicher Kritik nicht irre machen. Das Heil ist zwar eine jenseitige Vorstellung, aber der Glaube ist keine Ver­tröstung auf das Jenseits, sondern eine Verpflichtung zum Handeln in der Welt“, so Bischof Bertram.

Das Landeskomitee fühle sich seit 75 Jahren dem Auftrag verbunden, mit Entschlossenheit Neues zu planen und auszuführen. Bereits seine Gründung sei ein "selbstbewusster Akt engagierter Laien" gewesen, "außerordentlich mutig, aber auch weitsichtig und für uns bis heute wertvoll". Dem Komitee wünschte er zum Abschluss, dass es stets seinem Auftrag treu bleibe und gerecht werde, "die Welt mit christlichem Geist zu durchdringen und inmitten der menschlichen Schicksalsgemeinschaft Christi Zeugen zu sein".

Landesvorsitzender spicht über die Vernunft des Glaubens

Eine ausgleichende Kraft in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft ist das Landeskomitee der Katholiken in Bayern laut seinem Vorsitzenden Christian Gärtner. "Wir wollen die Stimme der Vernunft des Glaubens in die gesellschaftlichen und politischen Debatten einbringen, in einer Gesellschaft, die sich immer mehr zu polarisieren scheint und in der verstärkt nur noch die extremen Stimmen wahrgenommen werden", so Gärtner laut Manuskript beim Festakt. Die "Vernunft des Glaubens" bestehe unter anderem in der uneingeschränkten Anerkennung der unveräußerlichen Würde eines jeden Menschen, im Einsatz für Gerechtigkeit, Frieden und Versöhnung und im Schutz von Natur, Umwelt und Klima, sagt Gärtner. Er macht deutlich, dass das Landeskomitee die Stimme der Menschen sein wolle, die Politik und Gesellschaft demokratisch und die Kirche synodal mitgestalten wollen. Die Zukunft der Kirche entscheide sich daran, erklärte der Landesvorsitzende, ob es gelinge, an möglichst vielen Orten eine kritische Masse ehrenamtlich engagierter Frauen und Männer zu organisieren, die in ihrer Nachbarschaft und in ihrem sozialen Umfeld ein glaubwürdiges Zeugnis für die Frohe Botschaft geben würden. "Dazu braucht es auch in der katholischen Kirche mehr Synodalität, in den Diözesen, in Bayern, in Deutschland und weltweit", so Gärtner.

An dem Festakt in der Allerheiligen Hofkirche nahmen neben Bischof Dr. Bertram Meier und dem Vorsitzenden Christian Gärnter weitere Repräsentaten aus Kirche und Politik teil, darunter auch die Staatsminister Joachim Herrmann (Inneres) und Ulrike Scharf (Familie, Arbeit und Soziales) sowie der neue Eichstätter Bischof Dr. Dr. Christian Würtz und der evangelische Landesbischof von Bayern Christian Kopp.