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Wichtiges
Kirche und Politik

Für Menschenwürde und Solidarität

07.06.2026

Anlässlich des 70. Geburtstags des Sprechers der Sudetendeutschen Volksgruppe Bernd Posselt in München hat Bischof Bertram dazu aufgerufen, das Christentum als positive Kraft für Demokratie und gesellschaftliche Vielfalt zu begreifen. Den heute immer stärker werdenden Parolen des Hasses sei so die Frohe Botschaft Gottes entgegenzusetzen.

„Verkünde das Wort – wider die Fabeleien“, setzte der Bischof als Überschrift über seine Predigt, die er anlässlich des von ihm zelebrierten Festgottesdienstes zum 70. Geburtstag des Politikers in der Kirche St. Michael in München hielt. Wer sich vom Heiligen Geist leiten lasse, könne erleben, wie ihm dieser Mut machen und ihm dabei helfen wolle, „sorgfältig zu unterscheiden, was gut und nicht gut ist.“ „Nicht gut“ sei gerade in der heutigen Zeit dabei vor allem die „Erzählung von der sogenannten Erneuerung des christlichen Abendlandes“, die oft einhergehe mit einem erstarkenden völkischen Nationalismus.

„Im Gegensatz zu jenen politischen Kräften, die diese Stimmung befeuern und einzelne Gruppen gegeneinander aufhetzen, will der Geist Gottes Menschen zusammenführen und Spaltungen überwinden. Wir alle sind als Christinnen und Christen an dieser Stelle berufen mitzuhelfen, den Parolen des Hasses die Frohe Botschaft Gottes entgegenzusetzen und uns aktiv für den gesellschaftlichen Frieden einzusetzen“, betonte Bischof Bertram weiter in seiner Predigt. Die dahinterliegenden Sorgen gelte es zwar ernst zu nehmen, doch seien das Eintreten für und die Unverhandelbarkeit von Menschenwürde und Solidarität schließlich absolute Kernelemente des christlichen Glaubens: „Christliche Weltanschauung und Glaube stehen als transzendente Wertegaran­ten im Dienst von Wohlstand und friedlicher Völkergemeinschaft. Ein Europa der Strukturen und Institutionen ohne diesen tragenden und belebenden Geist würde kraft- und ziellos werden.“

Der Politiker Bernd Posselt engagiert sich bereits seit Jahrzehnten für Frieden und Versöhnung in Europa.

Der Politiker Bernd Posselt engagiert sich bereits seit Jahrzehnten für Frieden und Versöhnung in Europa.

Der Jubilar und oberste politische Vertreter aller Sudetendeutschen und ihrer Nachfahren in der Bundesrepublik habe in all diesen Punkten wichtige Zeichen gesetzt und sich zeit seines Lebens vielfach für Dialog und Völkerverständigung eingesetzt, so als Abgeordneter im Europäischen Parlament, als Präsident der Paneuropa-Union Deutschland oder eben in seinem langjährigen Engagement in der Sudetendeutschen Landsmannschaft, wo er sich schon seit vielen Jahren stark für die Belange der Vertriebenen und ihrer Nachfahren einsetze: „Damals wie heute zeigt sich wahres Christsein auch darin, Menschen in Not zu sehen und die Stimme Gottes in den Rufen derjenigen zu hören, die uns um Hilfe bitten."

Der CSU-Politiker und Repräsentant der Sudetendeutschen Volksgruppe Bernd Posselt wurde 1956 in Pforzheim geboren und engagierte sich schon seit jungen Jahren stark für die Sudetendeutschen in der Bundesrepublik, zu denen er über seinen Vater ebenfalls gehörte. Dazu gehörte stets auch ein starkes Auftreten für europäischen Frieden und gelebte Völkerverständigung. Besonders bekannt unter den Aktionen des Politikers war dabei auch das Paneuropäische Frühstück, das 1989 noch vor dem Berliner Mauerfall an der Grenze zwischen Österreich und Ungarn stattfand und ein starkes Zeichen für Freiheit und europäische Solidarität setzte. Das ehemalige Mitglied des Europäischen Parlaments leitet zudem die Paneuropa-Union Deutschland und gehört dem Kuratorium des Forums deutscher Katholiken an.