Petrusgrab und Papstaudienz statt Pausenhof
Am Sonntagabend vor einer Woche war der Festplatz in Donauwörth ein unruhiger Ort. Etwa 400 Schülerinnen und Schüler der Realschule St. Ursula sowie ihre Betreuer, dazu Eltern, Gepäckstücke und Busfahrer wuselten durcheinander. Sechs Busse, davon fünf Doppeldeckerbusse, standen bereit, eine ganze Schule in die ewige Stadt an den Tiber zu bringen. Es war der Beginn einer außergewöhnlichen Rom-Wallfahrt, zu der auch Bischof Bertram eine Wegstrecke mitging.
Nach dem Segen von Dekan Robert Neuner startete das große Unternehmen. Am nächsten Morgen stand ein Besuch in den Domitilla–Katakomben auf dem Programm, bevor es das Quartier für die kommenden Tage bezogen wurde. Zu Beginn zeigte sich die ewige Stadt von ihrer schönsten Seite. Kolosseum, Forum Romanum, Pantheon, Trevi-Brunnen, Spanische Treppe. Das alles mit eigenen Augen zu sehen, ersetzt keine noch so gute Darstellung auf dem Bildschirm oder im Schulbuch. Auch ein Ausflug zum Strand in Ostia durfte nicht fehlen.
Am Mittwochvormittag strömten alle zur Papstaudienz auf den Petersplatz. Die Schülerinnen und Schüler in ihren unverkennbaren roten „Rom-Fahrt 2026“-Hoodies sorgten bei der Begrüßung der Gruppen mit ihrem lautstarken Jubel dafür, dass die Besucher aus Donauwörth gehört und bemerkt wurden. Anschließend lauschten sie den Grußworten in den verschiedenen Sprachen, ehe sie Papst Leo XIV. im Papa-Mobil ganz nah erlebten.
Ein weiterer Höhepunkt der Wallfahrt neben dem Besuch des Petrusgrabes war der Gottesdienst mit Bischof Dr. Bertram Meier in der römischen Kirche Santa Maria in Aracoeli. Der Bischof erzählte davon, dass er selbst viele Jahre in Rom gelebt habe und die Stadt deshalb gut kenne. Er freute sich, dass die Schülerinnen und Schüler dort bei schönem Wetter so viele Eindrücke sammeln konnten. Einen so starken Wolkenguss wie an diesem Donnerstagvormittag habe er hier allerdings noch nie erlebt. In seiner Predigt ermutigte er die Jugendlichen, selbst „Salz der Erde“ zu sein, Verantwortung zu übernehmen und sich von Schwierigkeiten oder Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen, sondern stets als Schulgemeinschaft zusammenzustehen.
Und was bleibt nach einer solchen Reise unter dem Strich außer dem Aufwand und der Anstrengung? Die Antwort liegt auf der Hand: Zahlreiche gemeinsame Momente, die zeigen, dass Schule mehr ist als nur Unterricht. Für die gesamte Schulgemeinschaft war es ein Erlebnis von unschätzbarem Wert.