"Herz bebt, Glaube lebt!" - Diözesaner Ministrantentag
Über 2000 Ministrantinnen und Ministranten aus dem ganzen Bistumsgebiet waren am Samstag, den 9. Mai, zu Gast in Kaufbeuren. Nach den Workshops in der Marienschule am Vormittag ging es mit einem riesigen Ministrantenzug durch die Innenstadt zum Eisstadion. Dort fand dann der gemeinsame Gottesdienst mit Bischof Bertram statt. Wo sonst der ESV Kaufbeuren vor vollbesetzen Rängen seine Spiele austrägt, feierten die Minis mit ihrem Bischof den „Heimsieg Jesu“.
Zur Einstimmung versammelte sich die große Schar auf dem Fußballfeld der Schule. Dort stimmten die Moderationsministranten Jay-Jay und Julia gekonnt in den Tag ein. Jugendpfarrer Benedikt Huber ließ sich dann auch gleich auf eine Wette ein: Die Minis mussten einen von ihm mitgebrachten Glaswürfel mit Argumenten fürs Ministrant-Sein füllen. Erwartbarerweise verlor Huber diese Wette und musste als Strafe vor dem Gottesdienst am Nachmittag die eigens komponierte Hymne mit Hilfe von Heliumgas vorsingen.
Ein buntes Workshopangebot
Zunächst aber standen verschiedenste Workshops auf dem Programm: Basteln, Sport treiben, einen Escape-Room lösen, riesige Seifenblasen erschaffen, Kampfsport, Lasertag und „Bubbel-Soccer“. Zwischen all diesen aktiven Elementen sorgte die Jugend 2000 in der Schulkirche mit dem Angebot „Come and see“ für ruhige Gebetsmomente. Unter Lobpreisgesängen konnten die Minis und ihre Begleiter Augenblicke der Anbetung erleben, Kerzen entzünden, Bibelstellen ziehen und Gebetsanliegen formulieren.
Nach dem Mittagessen folgte dann der große Ministrantenzug durch die Innenstadt von Kaufbeuren. In einer schier endlosen Schlange ging es so einmal quer durch den Ort, begleitet vom Glockengeläut und den aufmerksamen Blicken der Bevölkerung. Das Ziel: das Eishockeystadion des ESV Kaufbeuren. Wie beim Sport üblich wurde dann auch vorab die Aufstellung des Gottesdienstteams bekanntgegeben. So antworteten die rund 2000 Minis auf den ausgerufenen Vornamen „Bertram“ gekonnt alle mit „Meier“.
Gottesdienst, wo sonst Pucks geschlagen werden
In seiner Predigt zog dieser dann zunächst ebenfalls eine Parallele zwischen Sport und Glauben. So sei es generell für Fans von großer Bedeutung, live dabei zu sein. VIP-Gäste im Stadion erwarte ein „hochwertiger Genuss in toller Atmosphäre in einem stilvoll eingerichteten Bereich“. Hier dürfe man als Fan auf „eine echte Begegnung, die beste Sicht und einen Blick hinter die Kulissen hoffen“. Die Minis würden das auch aus der Feier des Gottesdienstes kennen: „Ihr seid im VIP-Bereich der Kirche zu Hause“, so der Bischof. Und doch sei immer nur einer der wahre VIP: Jesus selbst. In der Heiligen Messe würden die Minis zusammen mit den Gläubigen das „Geheimnis seines Todes und seiner Auferstehung“, also seinen „Heimsieg“ feiern.
Gleichzeitig ging Bischof Bertram aber auch auf die Lebenswelt junger Menschen ein, die immer häufiger von einem Gefühl der Unsicherheit geprägt sei. Hinzu kämen neue Herausforderungen, wie beispielsweise durch die Künstliche Intelligenz, die Verwirrung stiften würden. Manche Trends auf den sozialen Medien seien bisweilen sogar gefährlich. Bischof Bertram: „Da seid ihr als junge Christinnen und Christen gefragt, gut zu prüfen, welche Vorbilder nachahmenswert sind und welche nicht.“ Von den Minis wünsche er sich, dass sie auch als Gruppe füreinander da seien. Jeder und jede habe etwas einzubringen, auch Kinder aus sozial benachteiligten Familien oder mit einer Behinderung. Bei Jesus zähle jeder Mensch gleich viel, „egal, ob er im VIP-Bereich oder in der letzten Reihe sitzt“.
Hinsichtlich der zahlreichen Herausforderungen sagte er abschließend: „In jeder Sekunde deines Lebens spricht Jesus zu dir: ,Ich bin bei dir. Meine Liebe bleibt dir, auch dort, wo alles andere bröckelt‘“. Das Kreuz Jesu sei stabil, an ihm dürften sich die Menschen festhalten. So könne man Kraft gewinnen, um sich für das Gute einzusetzen. Der Glaube setze Energie frei.
Der Tag endete schließlich mit einem Konzert der Band „It Hudla“.
Hintergrund
Alle vier Jahre findet im Bistum Augsburg ein diözesaner Ministrantentag statt. 2022 wurde dieser in Friedberg begangen. Die Organisation obliegt dem Bischöflichen Jugendamt, beziehungsweise der zugehörigen Abteilung für Ministrantenpastoral.