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Wichtiges
Tag der Pfarrgemeinderäte

Hören, unterscheiden, gestalten

27.06.2026

Mehr als 100 Pfarrgemeinderatsmitglieder aus dem ganzen Bistumsgebiet haben sich am Samstag auf Einladung des Diözesanrates zu einem gemeinsamen Tag im Augsburger Haus Sankt Ulrich getroffen. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie die gewählten Mitglieder der Gremien eine lebendige Kirche bei sich vor Ort stärken können. Bischof Dr. Bertram Meier forderte die Frauen und Männer dazu auf, trotz der vielfältigen organisatorischen Einsätze auch das pastorale Leben in den Kirchengemeinden konkret mitzugestalten.

Zu Beginn der Veranstaltung, an der auch zahlreiche neugewählte Pfarrgemeinderätinnen und -räte teilnahmen, ging es darum, die Vielfalt des Bistums sichtbar zu machen. Gruppiert um Augsburg als Mittelpunkt sollten sich alle entsprechend der Landkarte im Saal positionieren. Die am weitesten angereiste Person stammte aus Lindau. Im Anschluss ging es darum, aufzuzeigen, wie groß die jeweiligen Pfarrgemeinden sind. Zwischen knapp 200 Gläubigen und 15000 zeigte sich eine enorme Spannweite auf. Auch die Aufstellung nach Anzahl der eigenen Amtszeiten zeigte ein interessantes Ergebnis: Je ein Drittel der Anwesenden waren entweder ganz neu im Amt, bereits in ihrer zweiten Amtszeit oder noch länger dabei. Einige Gäste konnten bereits auf mehrere Jahrzehnte der Mitgliedschaft im eigenen PGR zurückblicken.

Was macht die Arbeit des Pfarrgemeinderates aus?

Gleich danach zeigte die allgäuische Kabarettistin und Pastoralreferentin Theresia Zettler auf humorvolle Weise auf, welche Facetten das Amt des Pfarrgemeinderats oder der Pfarrgemeinderätin mit sich bringen kann. Ihr Fazit: Es brauche Menschen, die anpacken. Es brauche die Erfahrung der altgedienten Mitglieder, aber auch die Power der jüngeren Generationen. Mutige und zögerlichere Personen könnten sich in dem Gremium gut ergänzen. Und doch sei es manchmal eine Kunst, dass man trotz unterschiedlicher Meinungen zu einem großartigen Ergebnis komme.

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Auch eine synodale Übung war Teil des Programms.

Schließlich lud die Geschäftsführerin des Diözesanrates Susanne Kofend die Teilnehmenden zu einer synodalen Übung ein. Diese sollte vor allem das gegenseitige Zuhören in den Mittelpunkt stellen. So gingen die einzelnen Tischgruppen der Frage nach, was eine lebendige Kirchengemeinde ausmacht. Nachdem jeder und jede am Tisch seine Redezeit genutzt hatte, wurde das Gehörte in einem Moment der Stille verarbeitet. Erst dann wurden Rückmeldungen gegeben.

Bischof erinnert an Worte von Papst Franziskus

Referentin Karin Alletsee moderierte am Ende des ersten Blocks am Vormittag eine Podiumsdiskussion mit Bischof Dr. Bertram Meier und der Diözesanratsvorsitzenden Hildegard Schütz. Dabei betonte der Bischof, dass die Pfarrgemeinderatsmitglieder eben keine „Handlanger des Pfarrers“ seien, sondern Teilhabende an Entscheidungsprozessen und am pastoralen Leben der Gemeinde. Schon Papst Franziskus habe in seinem Schreiben „Evangelii gaudium“ betont, dass jeder Christ eine Mission sei. Grundlage hierfür seien Taufe und Firmung, nicht aber die Weihe. Das Gremium selbst müsse daher diese Freude auch Menschen gegenüber zeigen, die vielleicht nicht der klassischen Gemeinde angehörten. „Bleiben Sie nicht in Ihrer Bubble, sondern gehen Sie hinaus und leben Sie eine Willkommenskultur“, so der Bischof. Hildegard Schütz schloss sich dieser Meinung an und ergänzte, dass jedes gewählte Mitglied seine eigenen Begabungen einbringen könne und solle. Der Blick der Gemeinde müsse sich aber eben auch auf jene richten, die sonst wenig beachtet werden würden.

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Auf dem Podium (v.l.n.r.): Bischof Bertram, Karin Alletsee und Hildegard Schütz.

Beim Mittagsgebet in der Ulrichsbasilika erbaten die Pfarrgemeinderätinnen und -räte die Kraft des Heiligen Geistes für ihren Dienst. In seiner kurzen Ansprache forderte Bischof Bertram die Anwesenden dazu auf, wohlwollend auf die Anliegen ihrer Gemeinde zu hören. Im Entscheidungsprozess gelte es dann, das Gute vom Bösen zu unterscheiden und schließlich auch zu einer Entscheidung zu finden. Die in den Räten gesprochenen Worte müssten dann aber eben auch in die Tat umgesetzt werden. Bischof Bertram: „Ich wünsche mir, dass Sie als Pfarrgemeinderatsmitglieder wirklich ins Handeln kommen.“

Am Nachmittag stellte erst Frau Schütz die Arbeit des Diözesanrats vor, danach sprach Mechtild Enzinger, stellvertretende Leiterin der Abteilung für Pastorale Grunddienste und Sakramentenpastoral, über die Anlaufstellen und Angebote des Bistums. Der gemeinsame Tag schloss mit einem Impuls zum Thema: „Wo stelle ich meinen Schirm auf?“ Aufhänger hierfür war der Padiglione in der Ulrichsbasilika, ein weiß-gelber Schirm, der den Rang einer Basilika anzeigt und die Verbundenheit mit dem Papst und der Weltkirche symbolisiert.