Interreligiöser Dialog und Begegnung: Bischof Bertram reist nach Sarajevo
Bischof Dr. Bertram Meier ist als Vorsitzender der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog der Deutschen Bischofskonferenz an diesem Dienstagmittag zu einem viertägigen Besuch in Sarajevo, der Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina, eingetroffen. Geplant sind Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern des Islam, der katholischen und der orthodoxen Kirche sowie der jüdischen Gemeinde. Darüber hinaus wird sich Bischof Bertram mit Repräsentanten aus Politik und Zivilgesellschaft austauschen.
„Mit der Stadt Sarajevo verbinden sich ganz unterschiedliche Assoziationen: einerseits ein Schicksalsort der europäischen Geschichte, der bis heute die Narben blutiger Konflikte trägt, andererseits aber auch das ‚Jerusalem Europas‘, in dem die Koexistenz unterschiedlicher Religionen seit einem halben Jahrtausend zum Alltag gehört und sich auch in architektonischer Schönheit manifestiert. Papst Franziskus sprach bei seinem Sarajevo-Besuch 2015 davon, dass der Stadt nach den Schrecken des Bosnien-Krieges erneut der Übergang ‚von einer Kultur des Gegeneinanders … zu einer Kultur der Begegnung‘ gelungen sei. In den nächsten Tagen werde ich auf diesen Spuren unterwegs sein. So steht meine Reise in die Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina im Zeichen des Dialogs zwischen den Religionen und Konfessionen“, betont Bischof Bertram.
Das Programm umfasst unter anderem einen Besuch beim Interreligiösen Rat von Bosnien und Herzegowina, der sich im Nachgang des Bosnien-Krieges als wichtiges Forum für Dialog und Versöhnung zwischen den Religionsgemeinschaften bewährt hat. Geplant sind zudem Begegnungen mit dem Großmufti Reisul-ulema Husein Kavazović, dem Erzbischof von Vrhbosna, Tomo Vukšić, sowie mit der Jüdischen Gemeinde in Sarajevo. Stationen der Reise sind außerdem die Fakultät für Islamische Studien der Universität Sarajevo und das Jugendpastoralzentrum Johannes Paul II., das sich besonders in der interreligiösen Bildungs- und Versöhnungsarbeit engagiert und eine Frucht des Papstbesuchs 1997 ist. Gespräche führt Bischof Bertram zudem mit dem deutschen Botschafter in Bosnien und Herzegowina, Alfred Grannas, und dem Hohen Repräsentanten der internationalen Gemeinschaft für Bosnien und Herzegowina, Christian Schmidt.
„Ein Schwerpunkt wird dabei auf der Begegnung mit Repräsentanten des Islam liegen, der in Bosnien mittlerweile mit Abstand die Mehrheitsreligion bildet. Gleichzeitig will ich meine tiefe Verbundenheit mit den Katholikinnen und Katholiken im Land zum Ausdruck bringen, die sich als kleiner werdende Gruppe mit großen Herausforderungen konfrontiert sehen. Dabei ist es gerade katholischen Initiativen zu verdanken, dass immer wieder neue Räume der Begegnung entstehen und Versöhnung wachsen kann. Mir geht es bei dieser Reise um klare Signale des interreligiösen Dialogs und eine sichtbare Solidarität mit der Ortskirche. Ich will besser verstehen, welche politischen und gesellschaftlichen Perspektiven die Menschen in Bosnien und Herzegowina gut 30 Jahre nach dem Friedensschluss von Dayton für ihr Land sehen“, so der Bischof nach seiner Ankunft.
Hinweise:
Bischof Bertram steht während der Reise und unmittelbar danach für Interviews zur Verfügung. Anfragen bitten wir per E-Mail an die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz unter pressestelle@dbk.de zu richten. Bildmaterial von der Reise wird in der DBK-Mediendatenbank zur Verfügung gestellt. Zudem wird die Reise über die Social-Media-Kanäle der Deutschen Bischofskonferenz begleitet.