Johannes der Täufer - faszinierendes Vorbild
Mit einem feierlichen Patroziniumsgottesdienst hat die Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist in Inning am Ammersee am Sonntag nicht nur ihres Kirchenpatrons gedacht, sondern auch für die nahezu abgeschlossene Renovierung ihres Gotteshauses gedankt. Bischof Dr. Bertram Meier wünschte den Gläubigen: „Mögen Sie in Frieden, Eintracht und der Liebe des Evangeliums leben und immer mehr Menschen dazu einladen, dem anspruchsvollen, aber zugleich faszinierenden Weg Christi zu folgen.“
Im Mittelpunkt der Predigt stand die Gestalt des Kirchenpatrons Johannes des Täufers. Bischof Bertram Meier bezeichnete ihn als eine der „eindrucksvollsten, faszinierendsten und ungewöhnlichsten Gestalten der Heilsgeschichte“. Johannes habe sein Leben ganz in den Dienst Gottes gestellt und dabei einen Weg vorgelebt, der auch heute Orientierung geben könne.
Ausgehend von den aktuellen Unsicherheiten in Welt und Gesellschaft sprach Bertram Meier die Frage an, die viele Menschen bewege: „Wo ist Gott?“ Gerade angesichts von Leid, Krankheit oder persönlichen Krisen erscheine das Leben oft von Zufälligkeiten bestimmt. Die biblischen Lesungen des Tages eröffneten jedoch eine andere Perspektive. „Dort, wo wir meinen, dass die Zufälligkeit herrsche, verbirgt sich die Weisheit und Vorsehung Gottes“, sagte der Bischof.
Der Name Johannes bedeute „Gott ist gnädig“. Bereits die Geburt des Täufers sei deshalb ein Zeichen göttlichen Erbarmens und Teil eines größeren Heilsplans. Gott berufe Menschen, ohne ihre Freiheit einzuschränken. Johannes habe diese Berufung bewusst angenommen. „Sein Leben ist das Leben eines freien und furchtlosen Menschen, der nicht bereit ist, billige Kompromisse einzugehen“, hob Meier hervor.
Besonders würdigte der Bischof die Glaubwürdigkeit des Täufers. Johannes habe nicht nur zur Umkehr aufgerufen, sondern selbst gelebt, was er verkündete. „Er lebt, was er verkündet, und zeigt eine beispielhafte Einheit von Wort und Tat“, sagte Meier. Gerade diese Glaubwürdigkeit mache die Botschaft des Evangeliums bis heute überzeugend.
Zum Abschluss verband der Bischof seine Gedanken mit der Situation der Pfarrgemeinde. Er dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz bei der Renovierung und sprach den Wunsch aus, dass die Arbeiten bald vollständig abgeschlossen werden können. „Möge an diesem schönen Ort die Botschaft Johannes’ des Täufers noch deutlicher und schöner sichtbar werden“, sagte er.
Lesen Sie hier die Predigt im Wortlaut:
Segnung des Turmkreuzes und Einsetzen der Zeitkapsel
Das frisch vergoldete Turmkreuz hat Bischof Dr. Bertram Meier ebenfalls am Patroziniums-Sonntag gesegnet. Die alten Zeitkapseln aus dem Jahren 1931, 1967 und 1993 werden bei der Montage kommende Woche zusammen mit einer aktuellen Kapsel in die Kugel eingelegt. Diese Zeitkapsel von 2026 beinhaltet neben Zeitdokumenten auch zwei persönliche Briefe: einen von Bürgermeister Hubert Vögele und einer von Pfarrer Simon Rapp.
Der Umfang der Renovierungsmaßnahmen
Die Pfarrkirche St. Johannes Baptist wird seit 2024 umfassend saniert. Im Mittelpunkt stehen die statische Ertüchtigung des Dachstuhls und des Kirchturms, die Neueindeckung des Kirchendachs, die Erneuerung der Turmzwiebel sowie die Beseitigung der Hagelschäden aus dem Jahr 2019. Außerdem erhält die Kirche einen neuen Außenanstrich, der Turm renovierte Zifferblätter sowie neu vergoldete Kugel und Turmkreuz.
Ein besonderer Meilenstein war der Austausch der alten Stahlglocken gegen fünf Bronzeglocken aus Italien, die bereits 2025 geweiht wurden. In einem weiteren Bauabschnitt werden die Fundamente gegen Feuchtigkeit abgedichtet und die Wege rund um die Kirche erneuert.
Die Sanierung ist noch nicht vollständig abgeschlossen und wird sich voraussichtlich bis in den Sommer hinziehen. Die Gesamtkosten werden voraussichtlich über zwei Millionen Euro liegen und werden durch das Bistum, die Gemeinde Inning, Fördermittel sowie zahlreiche Spenden finanziert.