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Orden und Klöster

Kloster Wettenhausen wieder eröffnet

12.09.2026

Nach mehr als drei Jahren umfangreicher Bauarbeiten ist das Kloster Wettenhausen an diesem Samstag wieder eröffnet worden. Mit einem Pontifikalamt mit Bischof Dr. Bertram Meier, der Segnung der renovierten Räume und einem Festakt im historischen Kaisersaal hat eines der größten Sanierungsprojekte in der Geschichte des Dominikanerinnenklosters nun seinen Abschluss gefunden.

Bischof Bertram erinnerte in seiner Predigt an den Dreiklang des dominikanischen Mottos 'loben-segnen-verkündigen': „Bei Gott steht der Mensch von jeher im Zentrum. Ist es andersherum auch der Fall? Steht Gott im Zentrum unseres Lebens? Der herrliche Anblick dieser klösterlichen Schatzkiste soll uns daran erinnern, dass wir gerufen sind, Gott zu loben, einander zu segnen und seine Botschaft in die Welt zu tragen.“

Der Bischof lobte die Gemeinschaft der Ordensschwestern, die den Menschen stets ein offenes Ohr schenkten: „Wie rar sind solche Gelegenheiten für viele Menschen geworden. Unterschätzen wir die Wirkung nicht! Ein Segen dürfen wir alle überall dort sein, wo wir Wachstumsprozesse begleiten und fördern: an Schulen, im Noviziat, in Betrieben, Familien und Vereinen, in der klösterlichen und kirchlichen Gemeinschaft. Ihr schöner Klostergarten führt es uns vor Augen: Gutes Wachstum braucht Führung, Pflege, Geduld und Zeit. Und so Gott es uns schenkt, dürfen wir dann eine reiche Ernte voller gesunder und schöner Früchte genießen. Solch ein Wachstum wünschen wir auch Ihrer klösterlichen Gemeinschaft, zum Heil derer, die hier ihre Berufung leben, aber auch aller, die mit diesem Kloster in Verbindung treten."

Predigt

Bischof Bertram lobte die Gemeinschaft der Ordensschwestern (Foto: Ulrich Bobinger/pba).

Die Arbeiten am Klausurgebäude waren dringend notwendig geworden, nachdem Teile des Dachstuhls marode geworden waren und eine Reihe von Dachbalken verfaulten. Auch die wertvollen historischen Stuckdecken befanden sich in kritischem Zustand: Sie hatten sich an verschiedenen Stellen von den Balken gelöst und drohten abzustürzen. Ohne eine grundlegende Sanierung wäre das Kloster auf Dauer nicht mehr bewohnbar gewesen.

Im August 2023 begann deshalb die umfassende Erneuerung des Klausurgebäudes. Dabei wurden der Dachstuhl und die Dacheindeckung saniert, sämtliche Elektro- und Wasserleitungen sowie die sanitären Einrichtungen erneuert. Historische Holzböden wurden von später aufgebrachten PVC-Belägen befreit und restauriert, Fenster energetisch ertüchtigt und umfangreiche Brandschutzmaßnahmen umgesetzt. Der Südturm wurde zu einem Treppen- und Fluchtturm umgebaut. Besonders aufwendig war die Sicherung und Restaurierung der historischen Stuckdecken.

Rund zwölf Millionen Euro hat die Generalsanierung gekostet. Etwa 90 Prozent der Kosten wurden durch öffentliche und kirchliche Zuschüsse getragen. Allein der Bund unterstützte das als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung eingestufte Kloster mit mehr als fünf Millionen Euro, rund drei Millionen Euro zahlte das Bistum Augsburg. Weitere Mittel kamen unter anderem vom Freistaat Bayern, vom Bezirk Schwaben, dem Landkreis Günzburg und der Gemeinde Kammeltal. Rund 1,2 Millionen Euro muss die Ordensgemeinschaft selbst aufbringen.

Das um 1130 erstmals nachgewiesene, aber wohl schon Ende des zehnten Jahrhunderts gegründete ehemalige Augustinerchorherrenstift wurde im 17. Jahrhundert zu der bis heute prägenden barocken Anlage umgestaltet. Seit 1865 leben Dominikanerinnen in Wettenhausen - und die Zahl der Ordensschwestern ist in den letzten Jahren wieder gestiegen. Ein großer Grund zur Freude gerade nach der geglückten Generalsanierung, denn, so Oberin Schwester Theresia Mende: „Dies hier ist kein Denkmal, sondern ein lebendiges Kloster.“