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Ordensleben im Bistum

Kulturstaatsminister besucht Kloster Wettenhausen

15.06.2026

Wettenhausen (pba). Anlässlich des baldigen Abschlusses der Sanierung des Klosters Wettenhausen im Landkreis Günzburg besuchte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer am Montag das heutige Dominikanerinnenkloster. Der Bund hatte sich mit einer Fördersumme von fünf Millionen Euro an den Renovierungen beteiligt. Die offizielle Wiedereinweihung des Klausurgebäudes findet im September statt.

Seit 2020 laufen verschiedene Teilsanierungsprojekte im Kloster Wettenhausen. So wurde zunächst das historische Prälaturgebäude mit der Pforte renoviert. Seit 2023 laufen die Arbeiten am Klausurgebäude und dem Innenhof. Unter anderem wurden dabei der marode Dachstuhl, die Dachdeckung, Elektro- und Wasserleitungen, die Sanitäreinrichtungen, Böden und Fenster auf Vordermann gebracht. Gleichzeitig wurden verschiedenste Brandschutzmaßnahmen eingerichtet und Stuckdecken saniert. Allein für die aktuelle Phase fallen Kosten in Höhe von 12 Millionen Euro an. Das Projekt wurde zu 90 % jeweils in Millionenhöhe von Bund, Freistaat und Diözese bezuschusst. Auch der Bezirk Schwaben sowie der Landkreis Günzburg und die Gemeinde Kammeltal beteiligen sich.

Hoher Besuch aus Berlin

Als Vertreter der Bundesregierung, die die Baumaßnahmen mit fünf Millionen Euro aus dem „Sonderetat des Kanzleramtes für herausgehobene Denkmäler mit nationaler Bedeutung“ unterstützt, war am Montag Kulturstaatsminister Wolfram Weimer vor Ort. Der parteilose Verleger und Publizist ist seit 2025 Staatsminister beim Bundeskanzler und Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien. Schwester Dr. Theresia Mende führte zusammen mit ihren Mitschwestern den Staatsminister durch das Gebäude und verwies auf die angestoßenen Veränderungen.

Außenaufnahme klein

Das Kloster Wettenhausen erstrahlt in neuem Glanz.

Im Refektorium, dem Speisesaal der Schwestern, betonte sie außerdem, dass Wettenhausen eben nicht nur ein Denkmal, sondern auch ein lebendes und sich vergrößerndes Kloster sei. Als Geschenk überreichte Sie dem Kulturstaatsminister ein Stück des ersetzten Stuckes aus der Schwesternkapelle sowie einen selbstgeknüpften Rosenkranz. Mit einem Schmunzeln meinte sie, dass das Rosenkranzgebet sicher auch bei langweiligen Autofahrten weiterhelfen könne. Weimer selbst wiederum bezeichnete den Klosterort als eine „außerordentliche Schatzkiste unserer Kultur von nationaler Bedeutung“. Dieser großartige Ort müsse beschützt und vor allem sichtbar gemacht werden. Dass dieser Ort über 1000 Jahre hinweg ein Ort der Kultur und der Lebenshingabe sei, grenze fast schon an ein Wunder. Wunderbar sei auch, dass der wachsende Konvent den Ort so durchbete und damit auch beseele.

Abschluss der Sanierungsmaßnahmen wird groß gefeiert

Übergeordnetes Ziel aller Baumaßnahmen ist es, die Anlage zu sanieren, zu revitalisieren, zu erhalten und erlebbar zu machen. So soll er sich langfristig zu einem lebendigen Glaubenszentrum in der Region entwickeln. Den offiziellen Abschluss der Sanierungsmaßnahmen feiern die Dominikanerinnen allerdings erst am 12. September mit einem Tag der offenen Tür. Um 9.30 Uhr zelebriert Bischof Dr. Bertram Meier in der Pfarrkirche ein Pontifikalamt, im Anschluss werden die Räume gesegnet. Ein Festakt im Kaisersaal schließt das offizielle Programm ab.

Barockes Kleinod im Kammeltal

Geschenk klein

Als Andenken an seinen Besuch erhielt der Staatsminister ein Stück des ersetzten Stuckes aus der Kapelle.

Die Geschichte des Klosters reicht mindestens bis ins 12. Jahrhundert zurück. Die adligen Stifter übergaben es einst den Augustiner-Chorherren. Eng verbunden war die Propstei auch stets mit dem Bischof von Augsburg, der über Jahrhunderte als Klostervogt fungierte. 1532 wurde das Kloster sogar zum Fürstentum und der Propst zum Reichsprälaten erhoben. Nach den Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg erfolgte ein barocker Neubau unter Baumeister Michael Thumb, der 1683 abgeschlossen wurde. 1803 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgehoben. Mitte des 19. Jahrhunderts zogen dort Dominikanerinnen aus dem Augsburger Kloster St. Ursula ein. Vorsteherin der zwölfköpfigen Gemeinschaft ist Priorin Theresia Mende OP.