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Nachruf

Monsignore Michael Kögl verstorben

06.05.2026

Der langjährige Religionslehrer am Memminger Bernhard-Striegel-Gymnasium Monsignore Michael Kögl ist am Dienstag, 5. Mai im Alter von 98 Jahren verstorben. Er wurde am 9. Mai 1927 in Altenstadt geboren und am 23. Mai 1954 zum Priester geweiht. Bischof Bertram würdigt ihn als „passionierten Schulmann“, der stets ein festes Glaubenszeugnis vorgelebt habe.

„Mit Trauer habe ich die Nachricht vom Tod des geschätzten Msgr. Michael Kögl vernommen, der kurz vor seinem 99. Geburtstag verstorben ist. Den Großteil seines priesterlichen Wirkens setzte er im Schuldienst ein, wo er von 1959 bis 1991 in Memmingen zuletzt als Studiendirektor tätig war“, erinnert Bischof Bertram sich an den Verstorbenen. „Mit ihm verliert das Bistum Augsburg einen passionierten Schulmann, dessen Herzensanliegen es war, die junge Generation im Glauben zu stärken und ins Leben zu begleiten. Religionsunterricht war für ihn mehr als Wissensvermittlung. Es ging ihm darum, seinen Schülern ein Glaubenszeugnis vorzuleben. So war es für ihn eine Selbstverständlichkeit, sich auch im Ruhestand in Memmingen als Seelsorger nach Kräften einzubringen. Der Herr vergelte ihm sein engagiertes Wirken mit dem ewigen Leben.“

Michael Kögl wuchs in Altenstadt unweit der spätromanischen Basilika St. Michael auf und erfuhr im Zweiten Weltkrieg ein einschneidendes Erlebnis, als sein in eigener Aussage „bester Kamerad“ neben ihm erschossen wurde. Diese traumatische Erfahrung und die moralische Verrohung Deutschlands während der Nazi-Diktatur schärften in ihm das Bedürfnis danach, sich als Priester und Religionslehrer um den Glauben und die Sache Gottes verdient zu machen und das Fundament zu legen für eine im Glauben gefestigte und demokratisch orientierte Jugend.

Nach dem Studium der Philosophie und Theologie in Dillingen und seiner Priesterweihe durch Bischof Dr. Joseph Freundorfer wirkte Michael Kögl zunächst fünf Jahre lang als Kaplan in Penzberg, bevor er mit Beginn des Schuljahres 1959/60 als Religionslehrer an die damals noch namenlose Oberrealschule mit Gymnasium in Memmingen kam, die seit 1967 den Namen des Renaissancemalers Bernhard Strigel trägt. In den rund 32 Jahren, die Kögl dort wirkte, gingen tausende Schülerinnen und Schüler durch seine Religionsklassen, in denen er sich stets bemühte, die Liebe Christi weiterzugeben und die ihm anvertrauten jungen Menschen zu reflektierten Demokraten zu erziehen.

Zugleich waren Offenheit und Toleranz für den Lehrer immer auch entscheidende Schlagworte, nach denen er sein Wirken nicht nur an der Schule, sondern auch überhaupt als Priester orientierte. Auch abseits des Klassenzimmers organisierte Michael Kögl zahlreiche Zeltlager und Fahrten, leistete grundlegende Aufbau- und Führungsarbeit in der Katholischen Studierenden Jugend (KSJ) sowie dem Stadtjugendring in Memmingen und engagierte sich auch in der Gehörlosenseelsorge, die ihm ein besonderes Anliegen war.

Nach seiner Emeritierung 1991 im Rang eines Studiendirektors war Michael Kögl auch weiterhin als Seelsorger aktiv und brachte sich in verschiedenen Funktionen in Memmingen ein, das ihm nach so vielen Jahren zu einer zweiten Heimat geworden war. Vor allem in den Filialen Volkratshofen und Ferthofen war er aus dem Ruhestand heraus ein engagierter Seelsorger. Auch seiner Geburtsstadt Altenstadt blieb er indes verbunden und kehrte etwa als Urlaubsvertretung auch als Priester immer wieder gerne dorthin zurück. 1993 wurde ihm angesichts seiner langjährigen Verdienste der päpstliche Ehrentitel eines „Kaplans seiner Heiligkeit“ verliehen.

In den frühen Morgenstunden des 5. Mai 2026 ist Monsignore Michael Kögl wenige Tage vor seinem 99. Geburtstag in Memmingen verstorben.

Das Requiem für den Verstorbenen wird am Freitag, 8. Mai um 11 Uhr in Memmingen-St. Josef gefeiert. Die Beisetzung findet im Anschluss daran auf dem Friedhof in Altenstadt gegen 14:30 Uhr statt.

Der Herr vergelte ihm seine treuen Dienste. Wir bitten um das Gebet für den Verstorbenen.