Pfadfinderinnen gewinnen Bischof-Simpert-Preis
Augsburg (pba). Der BDKJ Diözesanverband Augsburg hat an diesem Montagabend im Rahmen der jährlichen Jugendwerkwoche den Bischof-Simpert-Preis 2025 verliehen. Gewonnen hat den mit 500 Euro dotierten Preis die Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) Diözesanverband Augsburg. Bei der Preisverleihung mit Bischof Dr. Bertram Meier im Haus Sankt Ulrich wurden darüber hinaus die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) Oberhausen mit dem Spirituellen Sonderpreis sowie die Pfadfinderschaft St. Georg Diözesanverband Augsburg mit dem Innovationspreis geehrt.
Bischof Bertram, Schirmherr des Preises, lobte das besondere Engagement der Kinder und Jugendlichen und die große Bandbreite der eingereichten Projekte. „Dieser Abend und all Eure Projekte sind ein Zeichen, dass wir unseren Glauben nicht rückwärtsgewandt, sondern nach vorne gerichtet gehen“, so Bischof Bertram. Es seien Ideen, die in die Breite des Bistums wirkten.
Die Preisverleihung fand im Rahmen der Jugendwerkwoche statt, die noch bis Dienstag der Frage nachgeht, was gerade jüngere Menschen trägt, stützt und stärkt. Hauptamtliche, die in der Jugendpastoral tätig sind, sollen bei der zweitägigen Fortbildungsveranstaltung Möglichkeiten kennenlernen, jungen Menschen ein Gefühl von „Getragen sein“ von Seiten der Kirche zu vermitteln.
Erste Impulse hierfür konnten die Teilnehmenden bereits beim Auftaktvortrag am Montagvormittag mitnehmen. Der Politologe und Grundsatzreferent beim Bayerischen Jugendring, Christian Schroth, zeigte ausgehend von verschiedenen Jugendstudien und -berichten auf, wie die Generation der unter 30-Jährigen denkt und fühlt. So betonte er gleich zu Beginn, dass sich der Trend hin zu konservativen Meinungen und Werten fortsetze. Gleichzeitig seien viele jüngere Menschen voll Sorge um die Gesellschaft, aber auch aufgrund politischer Unsicherheiten. Überraschend sei auch, dass sich die Zahl der psychisch kranken Jugendlichen seit dem Ende der Coronapandemie nicht verbessert habe. Vielmehr mache sich nun auch das Thema Einsamkeit bemerkbar, von dem in den vergangenen Jahrzehnten meist eher ältere Menschen betroffen waren. Die Jugendarbeit könne hier ein wichtiges Element der Prävention darstellen, richtete sich Schroth an die Enagierten in der Jugendpastoral.
Am Nachmittag ging Markus Sedelmaier vom Verein Klinikclowns e.V. ergänzend auf den Humor als Quelle für Resilienz, Selbstfürsorge und mentale Gesundheit ein. Am Dienstag ging die Jugendwerkwoche mit Workshoprunden zu Ende. Dabei standen Therapiemethoden, die eigene Selbstwahrnehmung, der Umgang mit dem digitalen Raum, der eigenen Sexualität sowie der Trauer auf dem Programm.
Die Laudationes
Demokratie wurde nicht nur theoretisch vermittelt, sondern praxisnah erfahrbar, etwa durch Workshops zu Werten und Kinderrechten, den Austausch mit einer Stadträtin, ein Planspiel zur demokratischen Entscheidungsfindung sowie eine Schnitzeljagd und einen digitalen Actionbound. Kreative Aktionen im öffentlichen Raum wie das Gestalten von Buttons oder ein großes Puzzle verstärkten die Gemeinschaft und machten die Bildungsarbeit sichtbar.
Die Mädchen konnten Demokratie als lebendig und gestaltbar erfahren, ihre Meinung einbringen und Verantwortung übernehmen, wodurch ihr demokratisches Selbstverständnis gestärkt wurde. Das innovative Konzept kombiniert spielerische Bildung, Partizipation und Öffentlichkeitswirkung und ist flexibel auf andere Gruppen und Orte übertragbar.
Die Planung umfasste mehrere Treffen, in denen Rahmenbedingungen, Ablauf, Musik, Texte und Interaktionen mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern festgelegt wurden. Besonderer Bezug wurde zum Evangelium vom 20. Juli genommen (Lukas 10, 38–42) und die Jugendlichen der KLJB wurden aktiv eingebunden, etwa durch Fürbitten, Kyrierufe und die musikalische Begleitung des Chors „Klangwellen Oberhausen“. Der Gottesdienst wurde sorgfältig vorbereitet, inklusive Aufbau von Altar, Sitzgelegenheiten, Buffet, Material für die Teilnehmenden und Techniktests.
Nach dem Gottesdienst fand ein gemütliches Zusammensitzen mit Essen und Gesprächen statt. Rückblickend bewerteten die Organisatorinnen die Aktion als sehr erfolgreich, da sie positives Feedback von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern erhielten, die Atmosphäre im grünen Pfarrgarten lobten und die Gemeinschaft besonders hervorhoben.
Dafür wurde 2024 die Arbeitsgruppe AGOAT gegründet, die sich mit Datenschutz, den bestehenden Anforderungen sowie mit verfügbaren Softwarelösungen beschäftigte. Das Projekt ist Teil des langfristigen Transformationsprozesses der DPSG Augsburg, dessen Ziel stabile und wachsende Stämme sind. Insgesamt fällt die Auswertung sehr positiv aus: Die Software entlastet Engagierte deutlich bei Verwaltungsaufgaben und schafft mehr Zeit für die eigentliche Kinder- und Jugendarbeit.
Gleichzeitig zeigt das Projekt, dass demokratische Beteiligung und agile Zusammenarbeit im Verband erfolgreich funktionieren. Hier zeigt sich deutlich, wie mit Mitteln der Digitalisierung Ehrenamt besser möglich wird und sich Jugendverbandsarbeit immer neu erfindet und bedarfsgerecht ihre Strukturen und Arbeitsweisen anpassen kann.
Insgesamt gingen für den Bischof-Simpert-Preis in diesem Jahr neunzehn Bewerbungen ein. Der Hauptpreis ist mit 500 Euro dotiert, der spirituelle Sonderpreis und der Innovationspreis mit jeweils 250 Euro. Alle weiteren Einreichungen erhalten je 50 Euro.
Der Bischof-Simpert-Preis wird seit 1997 vergeben und honoriert Projekte der kirchlichen Jugendarbeit des jeweils vergangenen Jahres. Die Auszeichnung wurde heuer zum 29. Mal vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend und dem Katholischen Jugendwerk (KJW) vergeben.
In der Jury saßen:
- Domvikar Dominik Zitzler, Verbändereferent im Bistum Augsburg
- Katja Ölberger, Bezirksrätin
- Isolde Rieger, Vorstandsmitglied des Katholischen Jugendwerks
- Eva-Maria Konrad, KLJB Diözesanverband Augsburg
- Sebastian Otte, BDKJ Kreisverband Ostallgäu
- Dr. Thomas Wienhardt, Abteilungsleiter Personal-, Organisations- und Pastoralentwicklung Bistum Augsburg
Der Bund der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ) in der Diözese Augsburg ist der Dachverband von zehn katholischen Kinder- und Jugendverbänden. Er vertritt über 26.000 Kinder und Jugendliche in Kirche, Staat und Gesellschaft. Der gewählte BDKJ Diözesanvorstand besteht aus: Monika Ettig, Veronika Wenderlein und Alexander Lechner.