Segen für neues Verwaltungsgebäude
Vor rund drei Jahren haben sich die Franziskanerschwestern von Maria Stern aus den Schulen in Augsburg-Göggingen zurückgezogen und in den Ruhestand verabschiedet. Nach aufwendigen Sanierungsmaßnahmen stehen die Räumlichkeiten im ehemaligen Konventgebäude nun als neue Verwaltungsgebäude zur Verfügung. Bei einer Messe und Feierstunde an diesem Mittwoch hat Bischof Bertram seinen Segen gespendet.
Passend zur Segnung der neuen Räumlichkeiten griff Bischof Bertram in seiner kurzen Predigt die Symbolik des Hausbaus auf. Für die Stabilität eines Gebäudes sei ein tragendes Fundament von entscheidender Bedeutung. Anhand von drei mitgebrachten, beschrifteten Ziegelsteinen stellte er vor, wie ein Bau bruchsicher gelingen kann. „Als Erstes wünsche ich Euch, dass Ihr Euer Haus auf Vertrauen bauen könnt. Wenn wir heute hineinschauen in unsere Zeit ist sehr oft von Misstrauen die Rede. Menschen trauen einander nicht“. Wichtig sei deshalb, dass die Schule so etwas wie ein „Haus des Vertrauens“ sei, betonte der Bischof und nannte den „Frieden“ als zweiten notwendigen Baustein. „Der Friede ist heute zerbrechlich. Er ist gefährdet in unserer Gesellschaft. Überall gibt es Spannung und Streit.“ Friede bedeute, aus Vertrauen heraus Freundschaften zu schließen, einander näher zu kommen. „Versucht miteinander in Frieden zu leben“, appellierte er an die Schülerinnen und Schüler und erinnerte an Christus als Klammer der Einheit. Den Mut, zu Jesus zu stehen, nannte er schließlich als dritten Baustein für ein tragendes Fundament. Es sei mutig als Ministrant oder Sternsinger Zeugnis abzulegen und sich als Schule zur katholischen Kirche zu bekennen. „Danke, dass Sie an dieser Schule die christliche Identität groß machen, Standpunkt beziehen und die Würde eines jeden in den Mittelpunkt stellen.“
Im anschließenden Festakt stellte Peter Kosak, Direktor des Schulwerks der Diözese Augsburg, die notwendigen und teils mühseligen Schritte zur Genehmigung des Bauvorhabens vor. Ziel sei stets gewesen, das Gymnasium durch den Umbau der ehemaligen Räume des Konvents, vierzügig aufzustellen. Die zusätzlichen Klassenzimmer, die durch den Umzug der Verwaltungsgebäude entstehen, ermöglichen dies fortan. Die Sanierungsmaßnahmen beliefen sich auf 2,5 Millionen Euro, die zur Hälfte vom Landkreis übernommen werden.
Die Schulen von Maria Stern gehen auf das Erbe der Franziskanerinnen von Maria Stern zurück, die sich seit Gründung der Ordensgemeinschaft 1258 vor allem der Ausbildung von Lehrerinnen und dem Unterricht für Mädchen widmeten. Zunächst konzentriert auf das Mutterhaus in der Augsburger Innenstadt, eröffnete das Kloster 1933 wegen regen Zuspruchs eine neue Lehrerinnenausbildungsstelle in Augsburg-Göggingen – die heutigen Stern-Schulen. Nach kriegsbedingten Unterbrechungen erhielt die Schule 1954 den Namen „Deutsches Gymnasium“, wurde 1965 zum „Musischen Gymnasium in 7-jähriger Form“ bis schließlich 1975 die neunjährige Gymnasialform eingeführt wurde.
Mit dem Gymnasium und der Realschule beheimatet das Schulzentrum heute zwei eigenständige Schulen unter der Leitung des Schulwerks der Diözese Augsburg. Die franziskanischen Wurzeln und die katholische Ausrichtung gehören weiterhin zum Selbstverständnis der beiden Einrichtungen.