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Aus den Pfarreien

St. Andreas in Babenhausen wiedereröffnet

18.10.2026

Am Sonntag stand für die Katholiken der Pfarreiengemeinschaft Babenhausen ein großes Fest an: der Abschluss der seit 2024 andauernden Kirchensanierung. Der exponierte Standort des Kirchengebäudes neben dem bekannten Fuggerschloss hatte an dem Gebäude zu starken Beschädigungen durch Wind und Wetter geführt. Zur feierlichen Wiedereröffnung am Kirchweihsonntag war auch Bischof Dr. Bertram Meier zu Gast. In seiner Predigt ging er darauf ein, welche Bedeutung Kirchengebäude haben können.

Während der Sanierungsarbeiten waren Gottesdienste teils nur eingeschränkt möglich. Viele mussten verlegt oder im Freien gefeiert werden. Umso dankbarer war die Gemeinde, als am Sonntag schließlich der Abschluss sämtlicher Maßnahmen gefeiert werden konnte. Nach einem festlichen Kirchenzug mit den örtlichen Fahnenabordnungen und dem Musikverein zelebrierte Bischof Bertram einen durch den örtlichen Kirchenchor mitgestalteten Pontifikalgottesdienst in der Kirche. An dessen Ende sangen außerdem die drei Kinderchöre aus Dietershofen, Weinried und Babenhausen.

Kirchen halten die Gottesfrage wach

Bischof Dr. Bertram Meier betonte zu Beginn seiner Predigt, dass die große Spendenbereitschaft und das viele Engagement ein Statement seien: „Unsere Kirchen sind nicht überflüssig, sondern sie sind für uns von größter Bedeutung und Wert. Die Kirche St. Andreas ist fester Bestandteil Ihrer Marktgemeinde, sie gehört zu Ihrer Identität, zu Ihrer Geschichte und auch zur Geschichte der Fuggerfamilie und unseres Bistums.“ Dies sei, angesichts der ersten Kirchenschließungen in unserem Bistum keine Selbstverständlichkeit mehr. Mancherorts gälten praktizierende Katholiken sogar schon als „Exoten“, da die Gottesfrage für die breite Masse der Bevölkerung in den Hintergrund gerückt sei. Kirchen, Kapellen und Wegkreuze würden diese Frage aber wachhalten.

Eine Kirche nur von außen wahrzunehmen, greife aber zu kurz. „Das Gotteshaus ist für uns gedacht. Wir brauchen Räume, in denen wir als Christen zusammenkommen können. Wir brauchen Orte, die es uns leichter machen, mit Gott in Berührung zu kommen“, so der Bischof. Die Gläubigen rief er dazu auf, nicht bei Äußerlichkeiten stehen zu bleiben. Bischof Bertram: „Gemeinschaft, Rituale und Bräuche bieten uns Halt, all das ist unverzichtbar; aber der Raum des Glaubens wird dort nochmal geweitet und vertieft, wo wir in eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus finden. Kirchen sollen Orte sein, an denen wir Jesus besser kennen lernen: im Wort und im Sakrament.“ So zeigte er sich überzeugt, dass Jesu Gegenwart auch heute Licht in die Finsternis bringe. Jesus mache heil, was verwundet und zerrissen sei. Seine Predigt beendete er mit einem Appell: „Ich möchte Ihnen Mut zusprechen, dass Sie anderen von der positiven Kraft erzählen, die der Glaube in ihr Leben bringt. Stellen Sie das Licht, das Gott Ihnen schenkt, nicht unter den Scheffel!“

Über die Sanierungsmaßnahmen

Nach einer intensiven Zeit der Vorbereitung konnte im April 2024 schließlich die Außensanierung beginnen. Im Zentrum standen dabei vor allem das Kirchendach sowie der Kirchturm. Früh war klar, dass die kunstvolle Stuckdecke im Inneren ebenfalls sanierungsbedürftig war, sodass sich die Maßnahmen bald ins Kircheninnere verlagerten. In einem aufwendigen Verfahren reinigten Fachkräfte sowie zahlreiche Ehrenamtliche auch die Fresken, Altäre und Heiligenfiguren. Insgesamt wurden so 380m² Decke und 935m² Wandfläche gesäubert. Außerdem erhielt die Kirche eine neue elektrische Schaltzentrale sowie eine neue Sitzheizung. Zum Abschluss wurde schließlich auch noch die 3000 Pfeifen umfassende Sandner-Orgel gereinigt. Insgesamt fielen so Kosten in Höhe von knapp zwei Millionen Euro an. Verschiedene Instanzen leisteten einen Beitrag zum Erhalt des Gotteshauses: die Diözese, das Landesamt für Denkmalpflege, der Bezirk Schwaben, der Landkreis Unterallgäu, der Regierungsbezirk Schwaben, die Bayerische Landesstiftung und die Marktgemeinde Babenhausen. Der Eigenanteil der Pfarrei konnte durch eine enorme Spendenbereitschaft und das Wirken des eigens gegründeten Fördervereins aufgebracht werden.

Die Pfarrkirche bildet zusammen mit dem Schloss der fürstlichen Familie Fugger-Babenhausen ein Gesamtensemble. Ihr Chor stammt noch aus der Gotik, während das Langschiff im 16. Jahrhundert errichtet wurde. Von 1714 bis 1717 ist die Kirche einheitlich im Barock ausgestaltet worden; letzte Spuren des von 1618 bis 1648 tobenden Dreißigjährigen Krieges verschwanden.