Vier Perspektiven, ein gemeinsames Ziel: Sexualisierte Gewalt verhindern
50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den verschiedenen Bereichen kirchlichen Lebens sind jüngst beim Fachtag Prävention im Pfarrsaal St. Georg in Augsburg zusammengekommen, um sich über Umgang mit und Vorbeugung von sexualisierter Gewalt auszutauschen. Vier Impulsvorträge von Expertinnen aus ganz unterschiedlicher Perspektive beleuchteten das gesellschaftlich relevante Thema.
Judith Marschall, Polizeioberkommissarin und Beauftragte im Polizeipräsidium Schwaben Nord für Kriminalitätsopfer, Elisabeth Hauser, Beraterin der Fachberatungsstelle gegen sexualisierte Gewalt Wildwasser e.V., Barbara Grabmaier, Rechtsanwältin aus Murnau, und Tanja Dachs, Mitarbeiterin der des Amts für Kinder, Jugend und Familie sowie der Fachstelle Erziehungsberatung der Stadt Augsburg brachten ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven in den Fachtag ein. Unter dem Leitgedanken „Mehr Blickwinkel – mehr Schutz“ gaben sie Antworten auf die Frage, wie sexualisierte Gewalt verhindert, Betroffene geschützt und die Prävention gestärkt werden könne.
Der Tag war geprägt von einer engagierten Atmosphäre, dem Blick über den eigenen Tellerrand sowie dem gemeinsamen Anliegen, voneinander zu lernen, über neue Ansätze zu sprechen, um so den Schutz vor sexualisierter Gewalt und eine lebendige Präventionsarbeit weiter zu stärken. Denn gute Prävention wachse allein durch Vielfalt, Vernetzung und den gemeinsamen Austausch.
Im Rahmen des Fachtags führte katholisch1.tv ein Interview mit Ruth Hoffmann, Präventionsbeauftragte und Leiterin der Stabstelle P - A - I (Prävention - Anerkennung - Intervention).
Fachbereich Prävention
Pfarreien, Verbände und kirchliche Einrichtungen wollen Orte sein, an denen Menschen erfahren, dass ihre gottgeschenkte Würde und ihre Rechte, ihre Gaben und ihre Besonderheiten geachtet werden. In besonderer Weise gilt dies für Kinder, Jugendliche und erwachsene Schutzbefohlene. Dazu bedarf es einer Kultur der Achtsamkeit, des Respekts und der Wertschätzung. Spätestens mit dem Bekanntwerden der Fälle sexuellen Missbrauchs hat deutlich gemacht, wie wichtig es ist, Kinder, Jugendliche sowie schutz- oder hilfebedürftige Erwachsene bestmöglich zu schützen. Sexualisierter Gewalt vorzubeugen bedeutet, im Umgang miteinander ein gesundes Verhältnis von Nähe und Distanz sowie sichere Rahmenbedingungen zu schaffen (z.B. über ein Institutionelles Schutzkonzept).
Dazu führt der Fachbereich Prävention Informationsveranstaltungen, Schulungen und Workshops gegen sexualisierte Gewalt durch. Ziel ist es, hauptberuflich wie ehrenamtlich Tätige zu informieren und zu sensibilisieren: Sie sollen gegenüber sexualisierter Gewalt sprach- und handlungsfähig werden, in ihrer grenzachtenden Haltung gestärkt werden und Kompetenz in sexual- und medienpädagogischen Fragen erwerben.
Hilfreiche Informationen zum Thema Prävention finden Sie z.B. auch unter www.praevention-kirche.de.