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Akademisches Forum

Virtuelle Pilgerfahrt ins Heilige Land

15.04.2026

Das Akademische Forum lud am Montagabend zu einer Entdeckungsreise ins Heilige Land ein. Gemeinsam mit Referent Dr. Georg Röwekamp wurden so die aktuell nur schwer besuchbaren Stätten aus dem Leben Jesu vorgestellt. Geprägt war die Veranstaltung aber auch vom Wunsch nach Frieden im Nahen Osten. Spenden in Höhe von insgesamt 1500 € fließen nun an die Katholiken in Gaza-Stadt.

In seiner Begrüßung ging der Leiter des Akademischen Forums, Frederic-Joachim Kaminski auf die Präsenz der realen Orte in der Liturgie der Kar- und Ostertage ein. Worte und künstlerische Darstellungen würden in jedem Menschen auch ein Bild dieser Orte im Heiligen Land erzeugen. „Sie sind bedeutend, wie wenig andere Orte in unseren inneren Landkarten“, so Kaminski. Die realen Orte im Heiligen Land hätten also auch eine „metaphysische Qualität“. Hauptabteilungsleiterin Prof. Dr. Gerda Riedl betonte außerdem, dass die gesamte Region zutiefst durch die drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam geprägt sei. Sie bezeichnete es auch als bedauerlich, dass gerade in diesem, von den Religionen geprägten Land immer wieder Spannungen und Kriege ausbrechen würden. Statt „Milch und Honig“ würden dort oftmals leider eher „Blut und Tränen“ fließen.

Auf der Videoleinwand ins Heilige Land

Der eigentliche Referent des Abends, Georg Röwekamp, bot eine fundierte historische und kunsthistorische Auseinandersetzung zu den Orten. Seit seinem Studienjahr an der Dormitio-Abtei ist er dem Heiligen Land eng verbunden und wirkte zeitweise auch als Repräsentant des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande in Jerusalem und zuletzt auch als Direktor des Pilgerhauses Tabgha am See Genezareth.

In seinem reich bebilderten Vortrag beleuchtete er zunächst die Geschichte der Pilgerfahrt ins Heilige Land - von den Anfängen zur Zeit von Kaiser Konstantin und Helena über die Pilgerin Egeria und die zunehmende Reliquienfrömmigkeit über die (franziskanischen) Neuentdeckung des leidenden Jesus, bis hin zur Moderne, wo auch die Begegnung mit Jesus dem Juden und die Beschäftigung mit der schwierigen politischen Situation Elemente einer Pilgerreise sind.

Anschließend nahm der Referent die über 100 Besucher mit auf eine Art "virtuelle Reise" in Bildern, zumal der Nachvollzug einer Reise durch Daheimgebliebene mit Hilfe von Texten, Bildern oder Nachbauten des Heiligen Grabes (u.a. in St. Anna, Augsburg) bereits ein altbekanntes Phänomen ist - nicht nur in Zeiten, wo Kriege eine reale Reise verhindern. Dabei verknüpfte er geschickt archäologische, kunstgeschichtliche und spirituelle Aspekte.

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Gegen Ende folgte - ausgehend von der frisch renovierten Dormitio-Abtei auf dem Zion, wo man an das Pfingsteregnis erinnert - ein "Besuch" bei den Menschen aus unterschiedlichen Nationen, die heute in Israel eine neue Kirche entstehen lassen: christliche Migranten und Gastarbeiter. Und ganz zum Schluss ging es nach Gaza, wo seit dem 19. Jahrhundert auch eine kleine lateinische Gemeinde besteht (heute weniger als 100 Katholiken), die in den letzten Jahren unter schwersten Bedingungen ausgeharrt hat und jetzt um ihre Zukunft kämpft. Röwekamp warb daher auch dafür, bei zukünftigen "echten" Reisen diese "lebendigen Steine", die einheimischen Christen nicht zu vergessen.

Spenden für die Katholiken in Gaza

Der Abend endete, im Gegensatz zu sonst, nicht mit nur mit einer Diskussion, sondern auch mit einem gemeinsamen Gebet. Papst Leo XIV. hatte dieses für die Gebetsvigil um den Frieden am vergangenen Samstag verfasst. Es endet mit den programmatischen Worten: „Möge der Wahnsinn des Krieges ein Ende finden und mögen Menschen für die Erde Sorge tragen und sie bestellen, die noch wissen, wie man Leben hervorbringt, wie man es bewahrte, wie man es liebt. Erhöre uns, Herr des Lebens!“

Den Veranstaltern war es außerdem ein Anliegen, dass sämtliche Eintrittsgelder sowie weitere an dem Abend geleisteten Spenden der Pfarrei zur Heiligen Familie in Gaza zugutekommen. Die 1554 € sollen dabei helfen, die Not zu lindern und die Folgen des Krieges abzufedern. Der Benefizabend war gleichzeitig auch Teil der Jahresversammlung des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande im Bistum Augsburg, dem Diakon Andreas Martin vorsteht.