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Wichtiges
Jubiläum in Bad Heilbrunn

300 Jahre Pfarrkirche St. Kilian

12.07.2026

Die Katholikinnen und Katholiken der Pfarrei St. Kilian in Bad Heilbrunn (Dekanat Benediktbeuern) feierten am Sonntag nicht nur den Abschluss der Sanierungsarbeiten und ihr Patrozinium, sondern vor allem das dreihundertste Jubiläum ihrer Pfarrkirche. Diese ist 1726 an der Stelle eines spätromanischen Vorgängerbaus errichtet worden. Bischof Dr. Bertram Meier, der eigens angereist war, blickte in seiner Predigt auf den Ursprung christlicher Hoffnung und forderte die Gläubigen dazu auf, sich nicht von der Hoffnungslosigkeit treiben zu lassen.

Ausgehend von den Schriftlesungen vom Heiligengedenktag am 8. Juli betonte Bischof Bertram, dass unter dem Blickwinkel der Ewigkeit der grausame Tod von Unschuldigen eine andere Bewertung erfahre. Im Buch der Weisheit heißt es dazu: „In den Augen der Toren schienen sie gestorben, ihr Heimgang galt als Unglück, (…) sie aber sind in Frieden. In den Augen der Menschen wurden sie gestraft; doch ihre Hoffnung ist voll Unsterblichkeit“ (Weish 3,1). Hier bekenne sich ein gläubiger Mensch zu den Verheißungen seines Gottes und setze damit bewusst ein Gegengewicht gegen die Mächtigen dieser Erde. „Kommt uns das nicht bekannt vor?“, so der Bischof. Seit einigen Jahren würden auch wir erleben, dass gewählte Volksvertreter ihre Kompetenzen zunehmend überschreiten und Kriege vom Zaun brechen, die kaum mehr beendet werden könnten. Dies alles geschehe aber auch noch unter dem Missbrauch des Wahrheitsbegriffes. 

Es sei allerdings auch keine Lösung, der „Sehnsucht nach Vereinfachung“ nachzugeben und sich unkritisch denen anzuschließen, die behaupten würde, alles besser zu machen, wenn man sie nur ließe. Bischof Bertram: „Als Menschen, die um ihre Verantwortung vor Gott wissen und seine Hilfe und Nähe im eigenen Leben immer wieder erfahren, dürfen wir das vor 2000 Jahren überlieferte Wort als an uns gerichtet hören: ,Alle, die auf [Gott] vertrauen, werden die Wahrheit erkennen und die Treuen werden bei ihm bleiben in Liebe. Denn Gnade und Erbarmen werden seinen Heiligen zuteil und Rettung seinen Erwählten.‘“ (Weish 3,9).

Mit Blick auf den Kirchenpatron hob er hervor, dass dieser im Vertrauen auf Gott den Schritt ins Ungewisse gewagt habe. Er habe seine Heimat verlassen, um die Botschaft Jesu auf den europäischen Kontinent zu bringen. Dies hätten er und seine Gefährten aber sicher nicht aus Abenteuerlust oder Lebensmüdigkeit getan. Ihr Antrieb sei der Wunsch gewesen, möglichst vielen Menschen von der „Liebe des himmlischen Vaters und der Freiheit in Christus“ zu berichten. Sie hätten dabei auch Erfolg gehabt, seien aber auch auf erbitterten Widerstand gestoßen.

Die Gläubigen forderte er dazu auf, sich vom „Lärmen unserer Zeit“ nicht erschüttern und sich nicht von den Untergangsszenarien derer, die Profit aus der Verunsicherung ihrer Mitmenschen schlagen wollen würden, ängstigen zu lassen. „Wir haben unser Lebenshaus auf einen festen Grund gebaut, der da heißt: Jesus Christus. Suchen wir seine Nähe.“, so der Bischof zum Abschluss.

Die Geschichte der Pfarrei

Ausschlaggebend für die Entwicklung von Pfarrei und Ort Bad Heilbrunn war eine Quelle. In deren Nähe wurde bereits im 10. Jahrhundert eine Kapelle errichtet. 1159 wurde diese Quelle von einem Mönch aus dem nahegelegenen Benediktbeuern wiederentdeckt. Im 13. Jahrhundert entstand dann ebendort eine spätromanische Kirche. 1550 errichtete man einen gotischen Neubau. Im Mai 1726 legte schließlich Prior P. Bonifaz Oppenrieder den Grundstein für die heutige Barockkirche. Die Altarweihe durch den Augsburger Weihbischof Johann Jakob von Mayr fand 1742 statt.

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Der hl. Kilian ist nur Patron einer einzigen Pfarrkirche im Bistum Augsburg und wird vor allem in Würzburg verehrt. (Foto: Nilaxus / wikimedia)

Nach der Auflösung des Klosters Benediktbeuern im Zuge der Säkularisation begann für Bad Heilbrunn ein neues Kapitel: der Ort wurde zum Sitz einer Pfarrei erhoben und bekam einen eigenen Priester. 1950 wurden neue Glocken geschaffen und 1959 wurde eine neue Orgel aufgestellt. 2012 weihte Bischof Viktor Josef Dammertz OSB unter dem damaligen Pfarrer Dr. Christian Hartl einen neuen Altar und einen neuen Ambo. Von 2023 bis 2025 fand eine Renovierung statt. Geleitet wird die selbstständige Pfarrei heute durch Pater Clemens Schliermann SDB.

Unter dem Patronat eines Frankenapostels

Der heilige Kilian stammte wie seine Gefährten aus dem irischen Mullagh und Mönch des Klosters Hy. 686 erreichte er Würzburg und wirkte dort am Hof des fränkischen Herzogs als Missionsbischof. 689 wurde er im Auftrag der Herzogin wegen Differenzen um deren Ehe ermordet. Sein Gedächtnis wird jährlich am 8. Juli begangen.