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Weltkirche

Bischof Bertram zu Solidaritätsbesuch in Damaskus eingetroffen

11.02.2026

Damaskus (DBK). Inmitten der politisch fragilen Umstände und vor dem Hintergrund einer ungewissen Zukunft Syriens ist Bischof Dr. Bertram Meier als Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz an diesem Dienstag (10. Februar) in der Hauptstadt Damaskus eingetroffen. Von Beirut ging es über den Landweg nach Syrien, wo sich der Bischof bis zum kommenden Freitag aufhalten wird.

Rund ein Jahr nach dem Sturz von Diktator Bashar al-Assad und der Machtübernahme durch die islamistische Hayat Tahrir al-Sham-Miliz (HTS) macht sich der Bischof vor Ort ein Bild von der aktuellen Situation. Zugleich bringt er trotz aller Sicherheitsrisiken einer solchen Reise die Solidarität der katholischen Kirche in Deutschland mit der christlichen Minderheit zum Ausdruck. Dazu sind Gespräche mit Repräsentanten christlicher Kirchen, den diplomatischen Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland und des Heiligen Stuhls sowie einer Ministerin aus dem Kabinett von Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa vorgesehen. Neben Damaskus besucht Bischof Bertram auch die christlich geprägten Orte Saidnaya und Maalula.

„Im Mittelpunkt meiner Reise nach Syrien steht die Solidarität mit der christlichen Minderheit. Ich möchte ein Zeichen setzen, dass die syrischen Christinnen und Christen international nicht vergessen sind. Sie können auf die Unterstützung der katholischen Kirche in Deutschland zählen. Gerade jetzt, da Unsicherheit und Angst den Alltag vieler Menschen prägen, ist es mir wichtig, persönlich nach Syrien zu kommen“, so der Bischof zum Auftakt der Reise. „Ebenso wie andere religiöse Minderheiten gehören Christen seit fast zweitausend Jahren zu diesem Land. Angesichts der islamistischen Übergangsregierung, der anhaltenden Gewalt und mangelnder Perspektiven fühlen sie sich bedroht. Sollte diese Entwicklung anhalten, könnte sich die Auswanderung von Christen aus Syrien weiter verstärken. Es darf aber nicht dazu kommen, dass Syrien zu einem Land ohne Christen wird. Dies nämlich wäre ein immenser Schaden nicht nur für das arabische Christentum, sondern auch für die syrische Kultur und Gesellschaft.“

Nach 13 Jahren blutigem Bürgerkrieg endete im Dezember 2024 abrupt die jahrzehntelange Herrschaft des Assad-Clans. Während vor dem Krieg noch etwa 1,5 Millionen Christinnen und Christen im Land lebten, wird ihre Zahl heute auf rund 300.000 geschätzt. So groß die anfängliche Erleichterung über den Sturz der Regierung auch war, wurde sie schnell von großen Sorgen überschattet – insbesondere bei den religiösen und ethnischen Minderheiten wie Christen, Drusen und Kurden. Massaker an der alawitischen Bevölkerungsgruppe sowie der Selbstmordanschlag auf die griechisch-orthodoxe Mar-Elias-Kirche im vergangenen Jahr trugen maßgeblich dazu bei. Die Kirche wird Bischof Bertram in Damaskus besuchen und sich außerdem über die Arbeit der Caritas vor Ort informieren.

„In einer nach wie vor angespannten Lage in Syrien komme ich mit vielen Fragen nach Damaskus: Wie erleben die Christen vor Ort die aktuelle Situation? Was erwarten sie von einem neuen Syrien? Und was ist notwendig, damit die Christen wieder eine sichere Zukunft in dem Land haben, zu dem sie genauso wie alle Syrerinnen und Syrer gehören? Ich möchte den Menschen zuhören, ihre Sorgen und Hoffnungen kennenlernen und ihnen zeigen, dass wir an ihrer Seite stehen“, so der Bischof.

In einem Gespräch mit dem Geschäftsträger der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Damaskus, Botschafter Clemens Hach, hatte sich Bischof Bertram noch vor Beginn der Reise eine aktuelle Einordnung geben lassen. Botschafter Hach verwies auf den bislang pragmatischen Kurs der neuen Regierung unter Präsident al-Sharaa, die außenpolitisch auf Deeskalation und internationale Zusammenarbeit setze und das Land schrittweise stabilisieren wolle. Deutschland werde dabei als wichtiger Partner wahrgenommen – nicht zuletzt wegen der Aufnahme vieler syrischer Geflüchteter, der klaren Haltung gegenüber dem Assad-Regime und der frühen Gesprächsbereitschaft gegenüber der neuen Führung. Zugleich machte der Botschafter deutlich, dass sich dieser Kurs in konkreten Fortschritten bewähren müsse.

Hinweise: 
Über die Kanäle der sozialen Medien der Deutschen Bischofskonferenz wird in den nächsten Tagen knapp über den Reiseverlauf berichtet. Bildmaterial wird über der DBK-Mediendatenbank zur Verfügung gestellt, wenn Bischof Bertram wieder nach Beirut zurückgekehrt ist (Freitagabend, 13. Februar). Er steht dann für Interviews zur Verfügung. Anfragen dazu richten Sie bitte an die Pressestelle der Bischofskonferenz.