Die drei Sterndeuter als „Pfadfinder“
Bischof Dr. Bertram Meier hat am Fest Epiphanie an diesem 6. Januar einen Gottesdienst auf der vom Augsburger Gebetshaus veranstalteten „MEHR“-Konferenz gefeiert. Vor mehreren tausend Gläubigen zeigte der Bischof sich dankbar „für alle Erfahrungen, die uns die Gegenwart Gottes spüren lassen“.
Gott zu suchen, so der Bischof in seiner Predigt, bleibe bei aller Glaubensgewissheit ein Bestandteil des irdischen Lebens. Auf dieser Reise könnten die drei Sterndeuter „Pfadfinder“ sein.
Denn zunächst waren die Sterndeuter am falschen Ort gewesen, hatten in Jerusalem statt in Bethlehem gesucht. Bischof Bertram: „Nicht selten spielt die Melodie Gottes in leisen Tönen. Im Alltag wird sie leicht überhört. Wir können vor dem Glanz seines Sternes die Augen verschließen. Das geschieht oft unbewusst. Schließlich stehen selbst für die wenigen freien Minuten eines Tages viele Möglichkeiten der Ablenkung bereit. Ich beneide die jungen Leute nicht, wenn ich sehe, wie selbstverständlich die virtuelle Welt den Lebensraum und ja, den Seelenraum erobert. Dann habe ich nicht mehr die Technik, sondern die Technik besitzt mich.“
Aber auch die Herkunft der Sterndeuter, so sehr sie auch im Dunkeln liegt, weise einen Weg: Sie waren keine Juden, kamen von weit her, „stehen“, so der Bischof, „für die heidnische Welt“. Und weiter: „Nicht nur Angehörige des jüdischen Volkes, nein, Arme und Reiche, Juden und Heiden, Menschen aller Nationen dürfen an die Krippe treten. Das Beispiel der Sterndeuter ermutigt uns, dass die unterschiedlichsten Menschen den Weg zu Christus finden.“
Die drei Sterndeuter waren nach dem Erlebnis in Bethlehem wieder heimgekehrt. „Auch für Sie“, predigte Bischof Bertram, „geht es wieder zurück in die Familie, an den Arbeitsplatz oder an ihre Ausbildungsorte…So ermutige ich Sie, Ihren Glauben mit den Menschen an dem Ort zu teilen, wo Sie momentan leben. Gott hat Fleisch angenommen! Da sollten wir nicht auf die leibhafte Begegnung von Mensch zu Mensch verzichten.“
Die viertägige „MEHR“-Konferenz ist am Dienstagmittag zu Ende gegangen. Das Gebetshaus, das die Konferenz veranstaltet, ist als kirchlich nicht anerkannter Verein strukturell und finanziell vom Bistum Augsburg unabhängig.