Ein neuer Altar für einen alten Wallfahrtsort
Im Rahmen eines feierlichen Pontifikalamtes am 4. Fastensonntag wurden in Violau der neue Altar und ein neuer Ambo durch Bischof Dr. Bertram Meier geweiht. Die durch den Waaler Künstler Thomas Link gestalteten Objekte bilden fortan als „Tisch des Brotes“ und „Tisch des Wortes“ das liturgische Zentrum der Rokoko-Kirche, die seit über 500 Jahren das Ziel zahlreicher Wallfahrten ist.
Bereits seit 2012 existierte der Plan, einen feststehenden, steinernen Altar in der Wallfahrtskirche aufzustellen. Dieser sollte das hölzerne Provisorium ersetzen, das nach der Liturgiereform dort aufgestellt worden war. Im Frühjahr 2025 konnte dann schließlich Bildhauer Thomas Link aus Waal mit der Gestaltung beauftragt werden. Von ihm stammen beispielsweise auch die neuen Altäre im Dießener Marienmünster und in der Pfarrkirche Baiershofen.
Bischof Bertram predigt in vollbesetzter Wallfahrtskirche
Seit Jahrhunderten kämen Menschen nach Violau, um die Nähe Gottes zu suchen und Kraft im Glauben zu finden, stellte Bischof Bertram am Beginn seiner Predigt im Rahmen des Pontifikalgottesdienstes in der Wallfahrtskirche fest. Von zentraler Bedeutung seien dabei künftig der neue „Tisch des Wortes“ und der neue „Tisch des Brotes“, also Altar und Ambo. Beide würden sich hervorragend in das Gesamtbild des Altarraums einfügen.
In Anlehnung an die Sonntagslesungen führte er aus, dass der Mensch dazu neige, andere aufgrund äußerer Merkmale zu beurteilen oder gar abzuurteilen, wie es auch die Pharisäer im Evangelium des Blindgeborenen getan hätten. Das sei aber nicht der Blick Jesu, der immer auf das Herz eines Menschen sehe, und das Gute darin fördern wolle. Aber auch im Hinblick auf die Realpräsenz Gottes in der Eucharistie stoße das menschliche Auge an seine Grenzen: „Wer nur mit den Augen der Menschen sieht, kann nicht die Realpräsenz Gottes hinter dem kleinen Stück Brot erkennen. Das gelingt nur denjenigen, die mit den Augen des Glaubens schauen.“ Entscheidend sei aber, dass „wir alle als ,Kinder des Lichtes‘ leben und unsere Glaubensfreude nach innen und außen strahlt: Laetare! Freue dich!“.
Der Ritus der Altarweihe
Ein Altar als Heiligengrab
Schon seit der Urkirche versammelten sich die Gläubigen zur Gottesdienstfeier an den Gräbern der Heiligen. Darauf beruht wiederum die Tradition, in jedem Altar Reliquien beizusetzen. In den neuen Altar von Violau wurden Knochensplitter der heiligen Birgitta von Schweden und des heiligen Bistumspatrons Simpert beigesetzt. Beide Heilige symbolisieren die enge Verbindung des Wallfahrtsortes zum Ordenswesen und die Verbundenheit mit dem Bistum. Noch heute existiert der von Birgitta gegründete Birgittenorden. Bischof Simpert soll vor seiner Bischofsweihe der Abtei St. Leodegar in Murbach (Elsass) vorgestanden haben.