Gelebte Solidarität und Dienst an der Gemeinschaft
Jüngst veröffentlichten die beiden großen Kirchen in Deutschland einen Gemeinsamen Aufruf zu den Betriebsratswahlen, die vom 1. März bis 31. Mai stattfinden. Darin rufen sie die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf, sich aktiv daran zu beteiligen. Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) und Betriebsseelsorge der Diözese unterstützt diesen Aufruf und stellt eine intensive Zusammenarbeit mit den Gewählten in Aussicht.
„Denn es geht letztlich um den Menschen im Betrieb, um seine unantastbare Würde, um anständigen Lohn und um gesunde Arbeit. Deshalb stehen wir solidarisch auf der Seite des Rechts und der Gerechtigkeit, wenn es um die Wahl von Betriebsräten, um die Sicherheit von Tarifverträgen und um soziale Politik in Betrieb und Gesellschaft geht. Ganz besonders intensiv unterstützen wir Beschäftigte, die erstmals einen Betriebsrat wählen wollen“, erklärt KAB-Vorstand und Betriebsseelsorger Erwin Helmer, der sich über die Wortmeldung der Kirchen freut.
In dem vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, und der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs gemeinsam unterzeichneten Aufruf heißt es: „Das Engagement in der Arbeitnehmervertretung ist gelebte Solidarität und Dienst an der Gemeinschaft im Unternehmen.“ Sie stellen die ethische Perspektive von Arbeit ins Zentrum. Angesichts der vielen Herausforderungen und Veränderungen in der Arbeitswelt stifte Arbeit Gemeinschaft und sei auch eine Schule der Demokratie: „Im Betrieb lernen Menschen, andere Meinungen auszuhalten, Regeln auszuhandeln, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen.“ Mit Verweis auf die aktuell „wirtschaftlich unruhige und politisch angespannte Zeit“ betonen sie weiter: „Sich in einer der vielen Arbeitnehmervertretungen zu engagieren, ist ein deutliches Zeichen, Themen wie Arbeit, gerechte Entlohnung und angemessene Rente nicht polarisierenden Kräften zu überlassen.“ Diese Perspektive sei über die Betriebsratswahlen hinaus wichtig, „auch bei den vielen politischen Wahlen, die dieses Jahr anstehen“.
Arbeit als „Feld nicht nur ökonomischer, sondern ebenso ethischer Fragen“ hätten sowohl die Deutsche Bischofskonferenz als auch der Rat der EKD im letzten Jahr herausgestellt – etwa beim EKD-Wirtschaftsforum im Dezember 2025 oder in dem Impulspapier Die versöhnende Kraft der Arbeit, das im April 2025 die Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht hat.
In einem Gespräch, das Betriebsseelsorger Helmer mit Norbert Moy, Betriebsrat bei Siemens Mobility, KAB'ler und PRO-BAHN-Vorstand, führte, wollte er von ihm wissen, welchen Einfluss Betriebsräte haben, was ihn bei seinem Engagement motiviert, welche Rolle der Glaube dabei für ihn spielt und was er von der Kirche erwartet. Seine Antworten darauf gibt es auf der KAB-Seite.
Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) ist ein starker und lebendiger Berufs- und Sozialverband, in dem rund 3.000 Menschen bistumsweit organisiert sind. Gemeinsam wirken wir auf eine solidarisch-christliche Arbeitswelt im Sinne der katholischen Soziallehre hin. Deren Aktivitäten richten sich nicht ausschließlich an die eigenen Mitglieder, die sich den eigenen gesellschaftspolitischen Zielen verbunden fühlen, sondern sind auch unabhängig von Konfession oder Religion.