Hirtenwort des Bischofs

"Lasst euch in die Wüste schicken!"

20.11.2021

Augsburg (pba). In seinem Hirtenwort zum bevorstehenden Christkönigssonntag, dem letzten Sonntag im Kirchenjahr, lädt Bischof Dr. Bertram Meier die Menschen dazu ein, Glaube, Hoffnung und Liebe in sich neu wachsen zu lassen. So wie Jesus nach seiner Taufe im Jordan 40 Tage in die Wüste ging, so sollten auch die Gläubigen sich „in die Wüste schicken“ lassen: „Gönnt Euch – als Einzelne und Gruppen - regelmäßige Wüstentage! Tage und Wochen(enden) ohne Handy, Computer und andere Medien. Solche Phasen bringen ans Licht, wie es um unser Christsein und die Kirche steht.“

Das Hirtenwort, so schreibt der Bischof, solle als „Kompass für das Kirchenjahr 2021/22“, das am ersten Advent beginnt, verstanden werden. Schon der heilige Hieronymus habe sich im vierten Jahrhundert nahe Bethlehem in eine Höhle zurückgezogen, wo „dieser Raum der Stille für ihn zu einer Schale der Gnade“ geworden sei und er geschrieben hatte: „Oh Wüste! In dieser Einsamkeit findest du eine Stille, in der sich Gott leichter entdecken lässt als an irgendeinem anderen Ort der Welt.“

„In der Wüste“, so Bischof Bertram weiter, „scheidet Jesus die Geister, so dass eine Entscheidung im Heiligen Geist reifen kann…Die Wüste ist ein Ort der Klärung – ein Raum, wo Gott zur Sprache kommt…Es geht um einen ehrlichen geistlichen Prozess. Wer sich diesem Prozess verweigert, braucht sich nicht wundern, wenn sich nichts wandelt. Das gilt sowohl für die Kirche als auch für die Gesellschaft in gewaltigen Umbrüchen und Transformationen.“

Das Hirtenwort des Bischofs wird im Bistum Augsburg am Sonntag in allen Gottesdiensten sowie am Samstagabend in den Vorabendmessen verlesen.