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Wichtiges
Maiandachten im Augsburger Dom

Mit Maria auf der Lebensreise

01.05.2026

In der ersten feierlichen Maiandacht des Jahres hat Bischof Bertram den Marienmonat Mai feierlich im Hohen Dom eröffnet und betont, dass der Weg Mariens mit und hin zu Jesus als Vorbild dienen kann für eine synodal gedachte Kirche in der Gegenwart. Der Gottesdienst war die erste von mehreren Maiandachten, die das Domkapitel über den ganzen Monat hinweg im Hohen Dom feiern wird.

Als Predigt trug der Bischof eine eigene Arbeitsübersetzung eines 2022 veröffentlichen Papiers des vatikanischen Synodensekretariats vor, in dem dieses die Wegbegleitung durch die Gottesmutter als theologisches Modell für Synodalität in der Kirche vorgestellt hat. Als Grundlage und Motiv dafür diente eine im orthodoxen Christentum weit verbreitete Ikone der „Wegweiserin“: „Sie ist diejenige, die die Kirche auf ihrer synodalen Reise begleitet. Wie auf der Ikone dargestellt, lenkt sie unsere Aufmerksamkeit immer von sich selbst weg auf ihrem Sohn, zur Quelle unseres Heils und zum Zielpunkt unserer Hoffnung.“ Für Bischof Bertram selbst war dabei klar: „Synodalität ist kein ‚Add-on‘ oder gar ‚Nice-to-have‘, sondern eine spirituelle Grundhaltung, die uns zur Quelle unseres Christseins, der gemeinsamen Nachfolge Jesu führt, weil wir durch sie Christus die Möglichkeit geben, uns von innen heraus zu erneuern.“

Die „Mutter der Kirche“ Maria sei dabei immer mit uns auf dem synodalen Weg, so wie bereits ihr ganzes irdisches Leben bereits als Reise gedeutet werden könne: „die innere Reise der Ganzhingabe ihrer selbst an Gottes Willen, auch dann, wenn sie nicht ganz versteht, wohin er sie mitnehmen will; aber auch im Blick auf die tatsächlichen Reisen, die ihr Leben bildeten: die Straße von Nazareth nach Bethlehem, der Fluchtweg nach Ägypten und der lange Rückweg.“ Auch die jüdischen Pilgerreisen, der schwere Gang zur Kreuzesstätte vor den Toren Jerusalems und schließlich auch die Reise in die Auferstehung könnten ebenso gedeutet werden: „Insgesamt gibt es für Maria, ganz gleich, ob es sich um eine innere oder eine äußere, tatsächliche Reise handelt, eine Reise in das Exil oder Rückkehr, nur eine einzige Reise: Die Reise des Glaubens an ihren Sohn Jesus Christus, der ihr Weg ist.“

Bereits Marias Begegnung mit Elisabeth sei dabei ein Modell für die gesamte Kirche: „Maria und Elisabeth nehmen die prophetische Kirche vorweg. Ihre Gegenwart erinnert diese daran, dass sie am wirkungsvollsten spricht, wenn sie aus ihrer Erfahrung von Gottes Gnade im eigenen Leben erzählt. In Marias Reise zu ihrer Verwandten Elisabeth sowie Elisabeths Antwort wird uns der Weg zu einer synodalen Gemeinschaft der Willkommenskultur, der Zuflucht und Freude gezeigt.“

In Maria sei zu sehen, wie eine synodale Kirche zur Reise aufbrechen könne: „Wir lernen, uns in der Welt zu beheimaten und für alle, die ein Zuhause suchen, eine Heimat zu schaffen – einen Ort des Willkommens und der Zuflucht, der Heilung und Erlösung, einen Ort der Versöhnung, des Friedens und des Wissens um das ewige Leben. Dies ist die Kirche, nach der wir uns sehnen und die wir brauchen. Denn eines Tages werden wir alle zu Fliehenden, die eine (ewige) Heimat suchen“, so das vom Bischof vorgetragene Papier abschließend.

Die Maiandacht mit Bischof Bertram wurde musikalisch durch den Kammerchor der Augsburger Domsingknaben mit Chorsätzen und Gesängen aus dem Gotteslob begleitet. Sie bildete den Auftakt zu einer Reihe an weiteren Gottesdiensten und Maiandachten, die den ganzen Monat über im Hohen Dom gefeiert werden.

 

Feierliche Maiandachten im Augsburger Dom:

 

Sonntag, 03. Mai – 19 Uhr

Maiandacht mit Vizeoffizial lic.iur.can. Alexander Lungu
Die Dommusik gestaltet die Feier durch Lieder und Kantorengesang.

 

Sonntag, 10. Mai – 19 Uhr

Maiandacht mit Domkapitular Dr. Michael Kreuzer
Eine Schola des Kammerchors singt Chorsätze und Gesänge aus dem Gotteslob.

 

Donnerstag, 14. Mai – 19 Uhr (Christi Himmelfahrt)

Maiandacht mit Dompropst Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger
Die Dommusik gestaltet die Feier durch Lieder und Kantorengesang.

 

Sonntag, 17. Mai – 19 Uhr

Maiandacht mit Landescaritasdirektor Dr. Andreas Magg
Die Dommusik gestaltet die Feier durch Lieder und Kantorengesang.

 

Sonntag, 24. Mai – 17 Uhr (Pfingstsonntag)

Lateinische Pontifikalvesper mit Dompropst Dr. Dr. Anton Losinger
Der Karl-Kraft-Chor singt Falsibordoni.

 

Montag, 25. Mai – 19 Uhr

Maiandacht mit Domkapitular Pfarrer Harald Heinrich
Die Dommusik gestaltet die Feier durch Lieder und Kantorengesang.

 

Sonntag, 31. Mai – 19 Uhr

Letzte feierliche Maiandacht mit Domvikar Dominik Zitzler
Der Domchor singt Chorsätze und Gesänge aus dem Gotteslob.

 

Maiandachten der Dompfarrei

Auch die in der Dompfarrei tätigen Priester stehen Maiandachten im Dom vor.
Die genauen Termine lassen sich dem aktuellen Pfarrbrief entnehmen.