Treffen der Polnisch-Deutschen Kontaktgruppe: Hilfreicher Austausch für beide Seiten
Bonn/Płock (DBK). Die Kontaktgruppe der Polnischen und der Deutschen Bischofskonferenz hat sich in diesen Tagen (28. bis 30. April) zu ihrer jährlichen Sitzung in Płock, einer der ältesten Bischofsstädte Polens, getroffen. Neben dem Gastgeber, Bischof Dr. Szymon Stułkowski (Płock), nahmen die Co-Vorsitzenden der Gruppe, Erzbischof Dr. Stanisław Budzik (Lublin) und Bischof Dr. Bertram Meier, sowie Bischof Wolfgang Ipolt (Görlitz) und Bischof Tadeusz Lityński (Zielona Góra) teil.
Ein zentrales Thema der Gespräche war die Kirchenentwicklung in den beiden Nachbarländern. Dabei zeigten sich – trotz aller Verschiedenheiten in der historischen und gesellschaftlichen Ausgangslage – ähnliche pastorale Herausforderungen. Die deutschen Bischöfe stellten unter anderem die 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung vor. Die polnischen Bischöfe berichteten von den Auswirkungen der demografischen Entwicklung in ihrem Land auf die katholischen Schulen und Universitäten und von der Arbeit für Migranten vor allem aus der Ukraine. In beiden Ländern muss die Kirche Antworten auf wachsende Probleme bei der Finanzierung ihrer Aufgaben finden. Der Co-Vorsitzende Bischof Bertram betonte: „Der Austausch mit unseren Nachbarn ist für beide Seiten hilfreich. Gerade weil die Kirchenentwicklung in Polen und Deutschland von der gesellschaftlichen Lage und der Geschichte her ganz unterschiedlich geprägt ist, aber sich in vielem doch ähnelt, können wir voneinander lernen.“
Bei dem Treffen blickten die Bischöfe auch auf die gemeinsamen Gedenkveranstaltungen im vergangenen Jahr zurück. Am 18. November 2025 wurde in Breslau an den Briefwechsel der polnischen und deutschen Bischöfe von 1965 erinnert, in dem die Bischöfe den bleibenden Auftrag anerkannten, für Versöhnung und Frieden in Europa zu arbeiten. Bischof Meier resümierte: „Die deutsch-polnischen Beziehungen sind in den vergangenen Jahren unter Druck geraten. Daher wollen wir auch jenseits von Jahrestagen das Kennenlernen und das Verständnis zwischen Polen und Deutschland fördern und zur Versöhnung beitragen.“
In Płock beteten die Bischöfe zudem am Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes und sprachen mit den dortigen Schwestern der Muttergottes der Barmherzigkeit über die hl. Faustyna Kowalska und ihr bis heute lebendiges Erbe. In diesem Kloster empfing die Heilige 1931 Visionen, die zu einem der bekanntesten Andachtsbilder des barmherzigen Christus und im Jahr 2000 zur Einführung des Sonntags der Barmherzigkeit durch Papst Johannes Paul II. führten.
Hintergrund
Die Kontaktgruppe der Polnischen und der Deutschen Bischofskonferenz wurde in den 1990er Jahren – nach dem Ende des Kommunismus in Europa – gegründet, um den Austausch zwischen den Bischofskonferenzen beider Länder zu intensivieren und zur Versöhnung zwischen den Völkern beizutragen. Nachdem die Kontaktgruppe in der Anfangszeit stärker mit der Klärung strittiger Fragen im kirchlichen Bereich befasst war, entwickelte sie sich seit Mitte der 2000er Jahre immer mehr zu einem Gremium, das das wechselseitige Verständnis zwischen der Kirche in Polen und Deutschland fördert und gemeinsame Aktivitäten der beiden Bischofskonferenzen anstößt.
Hinweis:
Weitere Informationen zu den gemeinsamen Gedenkveranstaltungen in 2025 sowie zum Briefwechsel der polnischen und deutschen Bischöfe von 1965 sind auf der Themenseite Historischer Briefwechsel zu finden.