Menü
Wichtiges
Weltkirche

Renovabis-Pfingstaktion bundesweit in Augsburg eröffnet

10.05.2026

Augsburg (pba). Mit einem festlichen Gottesdienst im Augsburger Dom ist an diesem Sonntag die Renovabis-Pfingstaktion eröffnet worden. Unter dem Leitwort „zusammen_wachsen. damit Europa menschlich bleibt“ macht sie auf die wachsende Polarisierung und Zerrissenheit in Europa aufmerksam. In seiner Predigt hob Bischof Dr. Bertram Meier das großartige Engagement des Osteuropahilfswerks hervor und rief alle Christinnen und Christen dazu auf, in der Nachfolge Jesu zu Menschenfischern zu werden, die Orientierung, Halt und Zukunft geben.   

Um den Gottesdienstbesuchern das Leitwort der diesjährigen Aktion auch bildlich vor Augen zu stellen, war vor dem Altar ein „Solidaritätsnetz“ aufgebaut. Es wies symbolisch auf die wichtige Bedeutung von Zusammenhalt, Solidarität und Vertrauen im gesellschaftlichen Miteinander hin. Dieses Netz machte sich auch der Bischof in seiner Predigt zu eigen. Er setzte es in Bezug zum solidarischen Partner-Prinzip von Renovabis in 29 Ländern des europäischen Südostens, in Mittel- und Osteuropa: „Wo Menschen in Krisen Mitmenschlichkeit erfahren, wächst Vertrauen und Zusammenhalt. Ganz anschaulich sehen wir dies in dem Netz hier, das mit seinen Knotenpunkten symbolisch auf unzählige, ganz individuelle Lebensgeschichten, auf Begegnungen in Augenhöhe und gelingende Partnerschaft in den vergangenen drei Jahrzehnten verweist.“

Das Netz als metaphorisches Bild für das „World Wide Web“ warnte Bischof Bertram gleichzeitig vor den zerstörerischen Seiten der Vernetzung, die durch Verstrickung in Schuld und Verbrechen immer deutlicher zu Tage träten. Er nahm deshalb alle Christinnen und Christen in die Pflicht, sich für andere Menschen einzusetzen, unabhängig von Nationalität, Bildungsgrad, Geschlecht oder Hautfarbe.

„Hilfe zur Selbsthilfe setzt Fähigkeiten frei, stärkt das Selbstbewusstsein und macht weniger anfällig für populistische Ideologien, die im Zusammenhang mit der rasanten Säkularisierung Europas immer mehr Raum gewinnen und ihrerseits auf ‚Menschenfang‘ aus sind.“ Die Situation sei ernst, warnte der Bischof und appellierte an die Gläubigen, sich nicht auseinanderdividieren zu lassen. „Setzen wir den Vereinfachern und Einflüsterern unserer Tage die Botschaft Jesu von der alle umfassenden Nächstenliebe entgegen“, betonte Bischof Bertram, der nicht nur als Diözesanbischof, sondern auch als Vorsitzender der DBK-Kommission "Weltkirche“ sprach.

Auf die wichtige Bedeutung von Zusammenhalt, Solidarität und Vertrauen im gesellschaftlichen Miteinander gingen auch Vertreter von Renovabis in einer kurzen Hinführung vor dem aufgespannten „Solidaritätsnetz“ zu Beginn der Messe ein. Mit einzelnen Bändern, die sie ins Netz knüpften, erinnerten sie an „Verantwortung füreinander“, „Solidarität“ und „Würde“ als nötige Grundlagen eines Zusammenwachsens und Voraussetzung für ein tragfähiges Netz.

Auch am Ende des Gottesdienstes wurde das Motiv nochmal aufgenommen: An den Ausgängen der Kirche verteilten Jugendliche des Chors und des Gymnasiums St. Stephan kleine Stoffstreifen, die die Gläubigen als Erinnerung mit nach Hause nehmen konnten.

Die Bedeutung einer länderübergreifenden Zusammenarbeit wurde beim Gottesdienst nicht zuletzt durch die anwesenden Gäste aus den Renovabis-Partnerländern des Ostens deutlich. Mit Vertreterinnen und Vertretern aus Serbien, Litauen, Armenien und der Ukraine erhielt die wichtige Arbeit des Osteuropa-Hilfswerks Gesicht. Bereits in den Tagen vor der Eröffnung hatten die Gäste an verschiedenen Orten des Bistums über ihre Arbeit und die Unterstützung durch Renovabis berichtet.

Weltkirche wurde bei der Messe auch durch die Mitglieder anderer Muttersprachen im Bistum Augsburg erlebbar. Zudem standen dem Bischof Pfarrer Bohdan Sabalo von der ukrainisch katholischen Gemeinde sowie Pfarrer Sándor Csibi von der ungarisch katholischen Gemeinde als Konzelebranten zu Seite.

Der Gottesdienst wurde musikalisch vom Kinder- und Jugendchor Marosszéki Kodály Zoltán aus Sovata (Rumänien) gestaltet. Der Chor wurde 2005 von den Schulschwestern in Sovata gegründet, die von Renovabis für ihre kulturelle Gemeinwesenarbeit gefördert werden.  

Nach dem Gottesdienst waren die Gläubigen und Gäste zu einem Empfang im Kolpinghaus eingeladen. Dort gaben Dr. Harutyun Harutyunyan, Professor an der Staatlichen Universität in Jerevan (Armenien) und Anna Sobolevska, Studentin der Politikwissenschaften an der Kath. Universität Lviv (Ukraine) und Leiterin von mehreren Freiwilligenprojekten, Einblicke in ihre Arbeit in den Partnerländern. In feierlichem Rahmen blieb darüber hinaus Zeit für Begegnung, Gespräch und Kennenlernen.    

Ein Gottesdienst (mit live-Übertragung im ZDF) am Pfingstsonntag, 24. Mai um 9.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin in Kaufbeuren wird die Aktion feierlich beenden. An dem Sonntag werden zugleich in allen katholischen Kirchengemeinden Deutschlands Spenden für die Arbeit von Renovabis gesammelt.