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Pfarreien

St. Johannes Baptist in Bernbach wiedereröffnet

22.02.2026

Die Katholikinnen und Katholiken der Pfarrei Bernbach im Dekanat Kaufbeuren freuen sich über den Abschluss der Generalsanierung ihrer Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Das heutige Gotteshaus stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die umfangreichen Renovierungsmaßnahmen hatten im April 2024 begonnen. Zur feierlichen Wiedereröffnung am Ersten Fastensonntag war auch Bischof Dr. Bertram Meier vor Ort.

In seiner Predigt ging Bischof Bertram zunächst auf die aktuelle Jahreslosung ein: „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offb 21,5) Durch viel Fleiß und Mühe hätten die Bernbacher auch ihre Kirche im wahrsten Sinne des Wortes „wieder neu gemacht“. Deswegen erstrahle sie als „Wohnung Gottes unter den Menschen“ (Offb 21,3) in neuem Glanz. Als einladender Ort biete sie Gelegenheit Gott zu begegnen und miteinander zu beten.

Am Beginn der Fastenzeit betonte er bewusst, dass Kirchen zwar vor allem Orte der Liturgie und des Gebets seien, „es sind aber auch Räume, in denen wir in Stille über unser Leben nachdenken können“. Die Gläubigen rief er dazu auf, gerade in der Österlichen Bußzeit das Gebäude zur Gewissenserforschung zu nutzen. „Ich möchte in diesem Zusammenhang auch für die Beichte als heilsames Sakrament der Versöhnung werben. Haben Sie keine Angst davor, es mal wieder zu probieren!“, so der Bischof. Es tue gut, Gott sein Herz auszuschütten, der kein „unbarmherziger Richter“ sei, sondern uns in seinem Sohn „sein liebevolles Wesen“ gezeigt habe.  

Moderne Versuchungen

Im Hinblick auf das Sonntagsevangelium, das von der Versuchung Jesu durch den Teufel berichtet, sagte er, dass es auch in unserem Leben Situationen gäbe, die dazu einlüden, Grenzen zu überschreiten. Bischof Bertram: „Ich denke an Lügen und Ehebruch, Korruption und krumme Geschäfte, das Ignorieren moralischer und ethischer Grundsätze, beispielsweise in der Humanmedizin oder im Zuge der Digitalisierung. Überall da, wo der Mensch als Geschöpf entwürdigt und in seinen Beziehungen gefährdet wird, handeln wir nicht nur unchristlich, sondern schaden am Ende uns selbst.“ Der Teufel als Sinnbild des Bösen wisse genau um die ureigene Schwäche des Menschen, nach Herrschaft und Besitz streben zu wollen. Das fange schon im Kleinen an: „Wenn wir am Familientisch immer das letzte Wort und Recht behalten wollen. Wenn wir alles kontrollieren möchten und andere Meinungen nicht gelten lassen. Wenn wir Menschen zum eigenen Vorteil ausnutzen oder schlecht machen, um uns selbst zu erhöhen. In all diesen Fällen leben wir das Gegenteil von dem, was Jesus uns gelehrt und selbst vorgelebt hat.“

Ein Kleinod in der Region

Luftbildaufnahme mit Gerüst

Luftbildaufnahme mit Gerüst. (Foto: Andreas Kirchmayr)

Die Historie der Pfarrkirche St. Johannes Baptist im Bidinger Ortsteil Bernbach reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Teile davon haben sich bis heute im Kirchturm erhalten. 1766 erfolgte dann ein größerer Umbau und eine Umgestaltung des Kircheninneren. Die letzte Sanierung hat 1977 stattgefunden. Heute ist die zugehörige Pfarrei Teil der Pfarreiengemeinschaft Bidingen/Biessenhofen, die von Pater Philip Sajimon Panankala geleitet wird.

Bei einer Überprüfung der Standfestigkeit durch das Bistum wurde im Jahr 2016 ein erheblicher Sanierungsbedarf festgestellt. Durch frühere Baumaßnahmen an der Flachdecke wurden die Seitenwände des Gebäudes nach außen gedrückt. Auch die Standfestigkeit des Deckenputzes war ungenügend. 2021 erfolgten dann die ersten Planungen für die Generalsanierung, die zu 75 % aus den Mitteln der Diözese finanziert wurde. Insbesondere die Mittel für die Innensanierung musste die Pfarreiengemeinschaft selbst auftreiben.