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Wichtiges
Ständiger Diakonat

Von Warten und Weihnachten

30.11.2025

Am Vorabend des ersten Adventssonntags fand im Leitershofen die Admissio, die feierliche Aufnahme unter die Kandidaten für den ständigen Diakonat, statt. Am Samstag, 29. November, wurde Werner Dirr aus der Pfarrei St. Wolfgang in Meitingen von Bischof Bertram während in die Reihe der Weihekandidaten aufgenommen. Mit dieser Feier beginnt für ihn die unmittelbare Vorbereitung auf die Diakonenweihe.

In seiner Predigt hob der Bischof die geistliche Bedeutung des Wartens im Advent hervor. Warten sei kein passives Geschehen, sondern ein aktiver Dienst. Der Bischof betonte: „Wachen ist unser Dienst. Wachen. Auch für die Welt.“ Damit knüpfte er an ein Gedicht von Silja Walter an, das vom Wachen und Beten eines Klosters spricht. Diese Haltung soll für alle Christen prägend sein: wachsam bleiben, aufmerksam sein und die Bedürfnisse anderer wahrnehmen – gerade in einer Zeit, die oft von Hektik geprägt ist.

Der Advent ruft dazu auf, beweglich zu bleiben und sich immer wieder neu von Gott formen zu lassen. Mit dem biblischen Wort „Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf“ (Röm 13,11) erinnerte der Bischof daran, dass geistliches Wachstum Veränderungsbereitschaft voraussetzt und nicht im bequemen Stillstand verharren darf. Außerdem brauche echtes Warten Ruhe, Geduld und Vertrauen. Wie Liebende trotz räumlicher Trennung verbunden bleiben, so soll auch das christliche Warten auf Jesus von einer stillen, geduldigen Erwartung geprägt sein.

An den Kandidaten selbst richtete Bischof Meier die Worte, dass es im Dienst nicht um Perfektion gehe, sondern darum, verfügbar und ansprechbar zu sein. Die Admissio von Werner Dirr mache sichtbar: Der Advent ist eine Einladung, das Warten als geistlichen Neuanfang zu verstehen und sich offen für Gottes Kommen im eigenen Leben zu halten. Der feierliche Akt der Aufnahme erfolgte durch den Aufruf des Kandidaten, der mit „Hier bin ich“ antwortete, sowie durch Gebet und Segen des Bischofs. Mit der Übergabe der Urkunde und einem anschließenden Stehempfang fand die Feier einen würdigen Abschluss.

Der Diakon war bereits im Urchristentum ein wichtiger Bestandteil der im Entstehen begriffenen christlichen Glaubensgemeinschaft. Der Dienst, dessen Bezeichnung sich vom altgriechischen Wort für „Diener“ oder „Helfer“ ableitet, spielte in den ersten Jahrhunderten noch eine wichtige Rolle, sank dann aber allmählich zu einer bloßen Vorstufe der Priesterweihe hinab. Das Zweite Vatikanische Konzil führte den Diakonat als eigenständiges Weiheamt wieder ein und ermöglichte es auch verheirateten Männern, diesen Dienst auszuüben. Die ersten ständigen Diakone im Bistum Augsburg wurden 1969 geweiht; im Moment sind 186 Männer bistumsweit hauptberuflich oder mit Zivilberuf als Diakone tätig oder befinden sich im Ruhestand.